[Dialog] Von Unterhunden und Dunklen Pferden

Früher war alles besser. Am 20. Februar 1968 zum Beispiel, bei den 40. Academy Awards. Habe ich dieses Jahr schon Mark Harris‘ fantastisches Sachbuch “Pictures at a Revolution: Five Movies and the Birth of the New Hollywood” empfohlen? Falls nicht sei dies hiermit geschehen. Jede Person, die diesen Dialog tatsächlich mit Interesse liest (oder schreibt) wird dieses Buch lieben. (Ich kann mich nicht mehr erinnern, welche der Teichman-Schwestern es mir vor ein paar Jahren empfohlen hat, aber ihr sei von ganzem Herzen gedankt.)

Aber man muss gar nicht so weit zurückgehen. Vielleicht ist es mein verklärter Blick zurück, aber irgendwie war es vor zwei Jahren spannender, oder? Auf jeden Fall war ich mehr in das Rennen um die Oscars investiert. “Avatar” vs. “The Hurt Locker” hat aber auch viel geboten. 3D-Special Effects-Blockbuster, technisch auf höchstem Level, mit jeder Menge Form aber kaum Inhalt gegen aufrührendes Kriegs-Drama, intensiv in Szene gesetzt mit einer schauspielerischen Glanzleistung im Zentrum. Dazu noch die schöne Nebensächlichkeit, dass die Regisseure James Cameron und Kathryn Bigelow mal verheiratet waren – fertig war die compelling narrative. Und auch wenn der Sieg von “The Hurt Locker” keine komplette Überraschung darstellte war er doch keine Selbstverständlichkeit und konnte als definitive Entscheidung in einem Kampf zweier völlig verschiedener Herangehensweisen ans Filmemachen gewertet werden.

Aber dieses Jahr? “The Artist” vs. “Hugo“? Von Franzosen in Hollywood gedrehter Film über die Anfänge des Kinos in einem hundert Jahre alten Format (Stummfilm) gegen einen von Hollywood gedrehten, in Frankreich spielenden Film über die Anfänge des Kinos in einem 60 Jahre-alten Format (3D). Der eine spielt Musik von Bernard Herrmann, der andere zeigt Filme von Georges Méliès. Sogar Hunde haben sie beide. Wirklich spannend ist das alles nicht.

Bleibt einem nur zu hoffen, dass all die Prognostiker sich irren und es übernächsten Sonntag doch noch die ein oder andere Überraschung geben wird. Als kleine Vorwarnung für Heiko, der mich netterweise in seinem Zuhause die Oscarverleihung sehen lässt, während er im Zimmer nebenan versuchen wird zu schlafen: Sollte eins oder mehrere der folgenden Dinge passieren, werde ich um ein lautes “Ja!” nicht herumkommen können:

“The Tree of Life” wird bester Film, Terrence Malick bester Regisseur.

Warum es dieser Film mehr als jeder andere verdient hätte, habe ich ja schon erwähnt. Die Academy hat hat vor zwei Jahren bewiesen, dass sie (manchmal) Fähigkeit vor Popularität werten, und die drei Nominierungen für “The Tree of Life” zeigen, dass durchaus Anerkennung für Malicks Meisterwerk vorhanden ist. Und ich ewiger und hoffnungsloser Romantiker werde bis zum bitteren Ende daran glauben, dass der beste Film des Jahres bei den Oscars nicht leer ausgeht.

George Clooney, Gary Oldman oder Brad Pitt wird Bester Schauspieler.

(Meinetwegen auch Demián Bichir, den ich in “A Better Life” durchaus gut fand, dessen Nominierung mich aber dennoch etwas verwundert.) Hauptsache nicht Jean Dujardin, der sich seit Jahren mit dem gleichen dämlichen Gesichtsausdruck durch seine Filme grinst. Und das ist auch gar nicht so schlimm, es passt perfekt zu Rollen wie Brice de Nice, Hubert de La Bath (alias OSS 117) oder George Valentin. Aber eine herausragende schauspielerische Leistung, selbst eine ohne Worte, sieht anders aus. George Clooney hat schon einen Oscar (Nebendarsteller in “Syriana,” obwohl ich bis eben fest davon überzeugt war, dass er auch einen Regie-Oscar für “Good Night and Good Luck” bekommen hätte), aber wenn eine der tollsten Personen auf dem Planeten noch einen bekommen sollte, freue ich mich natürlich. Brad Pitt hat noch keinen (er ist zum vierten mal nominiert), dafür fehlt im ja sonst wirklich an nichts, aber auch er ist ein Schauspieler der seit langem sowohl im als auch fernab des Scheinwerferlichts positiv auffällt, ihm gönne ich den Oscar ebenso. Gary Oldman, der dieses Jahr die Helena Bonham Carter-Rolle einnimmt und in gleich drei nominierten Filmen mitgespielt hat (“Tinker Tailor Soldier Spy,” “Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2,” und “Kung Fu Panda 2“) war vor diesem Jahr noch nie(!) für einen Oscar nominiert, was ja auch irgendwie ein Skandal ist den ein Gewinn immerhin ein kleines bisschen gut machen würde.

“Pina” wird bester Dokumentarfilm.

Nein, ich habe keinen der anderen nominierten Filme gesehen (zwei sind immerhin bei iTunes, ich werde versuchen, sie bis zur Verleihung gesehen zu haben), aber besser als “Pina” ist ja eigentlich gar nicht möglich. Noch dazu ist der Film eine technische Meisterleistung, die 3D nicht als Spielzeug sieht sondern als Mittel, eine bisher fürs Kino unzugängliche Kunstform einzufangen.

“Drive” gewinnt in der Kategorie Sound Editing.

Weil der Ton tatsächlich besonders gut ist, aber auch, weil der Film schändlicherweise nur in dieser Kategorie nominiert wurde. Ein Oscar für “Drive,” das wär schon was…

Soweit also die Underdogs und Dark Horses, denen ich in 13 Tagen die Daumen drücken werde. Und, okay, ich gebs zu, ein bisschen spannend wird es dadurch schon…


Oscar-Dialog 2012

#1 Der Tag nach dem Tag danach (nebel)
#2 Der Tag nach dem Tag und dann noch einige Tage später (cez)
#3 Fast eine Woche später (Sonja)
#4 30 Schauspieler in einem Eintrag! (nebel)
#5 Zwei, drei Bemerkungen zu Midnight in Paris (cez)
#6 Unnötige Nebengeräusche (Sonja)
#7 Von Unterhunden und Dunklen Pferden (nebel)
#8 Über damals und Meryl Streep (Sonja)
#9 2008! (cez)
#10 Lange Nacht (nebel)

[Dialog] 30 Schauspieler in einem Eintrag!

Heute möchte ich ein wenig über Schauspieler schreiben. Caecilie beschreibt ausgerechnet "Midnight in Paris" als ‘großartig besetzt.’ Dabei ist doch Owen Wilson eine der schwerwiegendsten Fehlbesetzungen des letzten Jahres. Ich glaube, ich hätte dem Film einige seiner offensichtlichen Schwächen verzeihen können, wenn ich einer sympathischen Hauptfigur gefolgt wäre. Aber der Woody-Allen-Schuh passt Wilson nicht und so drückt es bei ihm und bei mir gleich mit. Schade.

Noch mehr gestört hat mich wohl nur Jude Law als Sensationsblogger(!) in "Contagion," einem sonst sehr soliden Film, dessen Darsteller und Regisseur untereinander genauso viele Oscars angesammelt haben1 wie ein gewisser John Williams (und dazu noch 13 weitere Nominierungen).

Aber zum Glück gab es ja auch eine Menge herausragender schauspielerischer Leistungen. Jessica Chastain und Michael Fassbender waren allgegenwärtig aber auch unglaublich gut in den unterschiedlichsten Rollen. Chastain hatte dabei das Glück, mit "The Help" in einem Film zu spielen, der ein garantierter Oscar-Magnet werden würde, auch wenn sie mir in "The Tree of Life" sehr viel besser gefallen hat.2 Fassbenders Filme waren leider entweder zu Main-Stream ("X-Men – First Class"), zu weit abseits vom Main-Stream ("Shame"), zu wenig gesehen ("Jane Eyre") oder zu erfolglos ("A Dangerous Method") um Fuß im Oscar-Rennen zu fassen. Dass nach der überraschenden Golden Globe-Nominierung eine Anerkennung Fassbenders Arbeit in "Shame" erwartet wurde, zeigte, wie groß der Hunger (no pun intended) nach einem Oscar für den Iren aus Heidelberg ist. Und der wird auch eher früher als später kommen, da bin ich mir sicher.

Warum Tilda Swinton hätte nominiert werden sollen (dieses und letztes und vorletztes Jahr) habe ich ja schon erklärt. Immerhin könnte man aus "We Need To Talk About Kevin" und "Shame" einen ‘Beautiful actors in films that make me uneasy‘-Themenabend machen.

Sollte Jean Dujardin den Oscar holen (Signs point to Yes.) so wäre er erst der vierte Schauspieler, der im gleichen Jahr sowohl in Cannes als auch von der Academy ausgezeichnet wurde. Bei den Damen wird es dafür dieses Jahr keine Möglichkeit geben; Kirsten Dunst und auch "Melancholia" insgesamt gingen bei den Nominierungen völlig leer aus, was mich doch schon etwas verwundert.

Ihr habt ja beide schon die vielen tierischen Darsteller erwähnt, und während Uggie gerade auf großer Publicity-Tour zu sein scheint (man munkelt, er habe mit Billy Crystal bereits einen Sketch einstudiert!!1) möchte ich den Scheinwerfer kurz auf eine andere Gruppe richten, die mir im Filmjahr 2011 besonders positiv aufgefallen ist: Kinder und Jugendliche. Natürlich Hunter McCracken, aber auch Laramie Eppler in "The Tree of Life." Ezra Miller, Jasper Newell und Rock Duer sind alle ungeheuerlich dämonisch als Kevin in verschiedenen Altern in "We Need To Talk About Kevin." Zoé Héran ist herausragend im französischen Film "Tomboy" (unbedingte Empfehlung!), und auch Malonn Lévana, Jeanne Disson und die anderen Kinder im gleichen Film müssen lobend erwähnt werden. Jacob Wysocki als "Terri" hat mir sehr gut gefallen (ebenso Olivia Crocicchia und Bridger Zadina), Elle Fanning war gewohnt gut in "Super 8." Dann noch Sarina Farhadi in "Jodái-e Náder az Simin," Alex Shaffer in "Win Win" und, und, und…

1) Gwyneth Paltrow (0/1), Matt Damon (1/2), Laurence Fishburne (0/1), John Hawkes (0/1), Jude Law (0/2), Marion Cotillard (1/0), Kate Winslet (1/5), Elliot Gould (0/1), Steven Soderbergh (1/2). (Zahlen in Klammern: Gewinne/weitere Nominierungen.)

2) "The Tree of Life," gesehen auf der wahnsinnig großen Leinwand des Luxembourger Utopolis, war für mich das überwältigendste Kino-Erlebnis, an das ich mich erinnern kann, und die engelsgleiche Erscheinung Chastains (die ich vorher noch nicht bewusst in einem Film gesehen hatte) trug dazu maßgebend bei.


Oscar-Dialog 2012

#1 Der Tag nach dem Tag danach (nebel)
#2 Der Tag nach dem Tag und dann noch einige Tage später (cez)
#3 Fast eine Woche später (Sonja)
#4 30 Schauspieler in einem Eintrag! (nebel)
#5 Zwei, drei Bemerkungen zu Midnight in Paris (cez)
#6 Unnötige Nebengeräusche (Sonja)
#7 Von Unterhunden und Dunklen Pferden (nebel)
#8 Über damals und Meryl Streep (Sonja)
#9 2008! (cez)
#10 Lange Nacht (nebel)

These things will happen tomorrow (and a few others might, as well)

Tomorrow, Academy of Motion Picture Arts and Sciences president Tom Sherak and former Oscar nominee Jennifer Lawrence will open up a few envelopes and read a few words. One pair of words that they will read over and over and over (I’m guessing 11 times in all) will be “The” and “Artist.”

We know this because we’ve been there before. No one was surprised when “The King’s Speech” was nominated. Or “Avatar.” Or “The Lord of The Rings: The Return of The King.” Or “Braveheart.” Or “Titanic.”

The fact that the Oscars are the last and most important in a long string of award shows adds to their prestige but also makes them predictable. After all, the people voting are just that: people.

We know what they will vote for because they already have. Precursor awards given out by The Screen Actors Guild, the Directors Guild, the Producers Guild and many more make multiple nominations for “The Artist” tomorrow a safe (but unrewarding) bet.

And we know a few other things, as well. Christopher Plummer (“Beginners”) will be nominated for Best Supporting Actor. At least one of the ladies from “The Help” (Octavia Spencer, Jessica Chastain) will get a Best Supporting Actress nod. Jean Dujardin’s nomination for Best Actor has been set in stone for a while now.

But what about the things we don’t know? That’s where there’s room for surprise, both positive and negative.

Sure, everyone can agree that “The Artist” is a likeable, charming, maybe even great film. But is it a cinematic achievement on one level with Terrence Malick’s “The Tree of Life”? Is any film from last year?

Should the Academy fail to nominate “The Tree of Life” for Best Picture, and at this point I’d say that’s more likely than not, I’m certain it will go down as one of the greatest Oscar snubs in history since, fittingly enough, Stanley Kubrick’s “2001: A Space Odyssey,” which, in 1969 was nominated for Director, Screenplay, Art Direction and Special Visual Effects (for which it won) but not Best Picture. (Who was, you ask? “Funny Girl,” “The Lion in Winter,” Rachel, Rachel,” “Romeo and Juliet” and, the winner: “Oliver!” Obviously “2001″ didn’t stand a chance.)

Speaking of history: it may be written tomorrow if Andy Serkis is recognized for his motion capture-aided work in “The Rise of the Planet of the Apes.” Actors of the old guard may look at his performance as ‘cheating,’ but is it really that different from actors undergoing physical changes through heavy make-up or prosthetics? Serkis’ Ceasar shows an emotional depth, a believability that is lacking in even some of the human characters in that same film. Of course the end product would not be possible without the WETA magic at work, which is why I hope they will get a SFX nomination. But underneath it all and shining all the way through is Andy Serkis.

We will know more tomorrow. Here are a few more surprises I’m rooting for.

Nominees for the 2012 Academy Awards will be announced on January 24, 5.30am PST. (That’s 14:30 Uhr for my German readers.)

Hollywood Hopeful, 2012


I did this last year, why not make it a tradition?Oscar nominations will be announced in 11 days, on January 24. And while it’s not as obvious who will get in as it was last year with “The King’s Speech” and “The Social Network” set in stone, there are a few names and titles that would be a (pleasant) surprise.

So, once again, here’s my wish list for this year’s Academy Awards. It worked with “Dogtooth” last time, so here’s hoping!

Best Actress: Tilda Swinton, “We Need To Talk About Kevin”
Yes, I would probably still list Swinton if her performance in Lynne Ramsay’s hard-to-swallow drama wasn’t as perfect and singular as it is. But her follow-up to the overlooked (by the Academy) turns in “Julia” and “I Am Love” shows once more why Tilda Swinton is one of the most talented actors of our time.
Granted, her chances for “Kevin” are better than they were for the other two films. Swinton is nominated for a Golden Globe this year and has already won a few awards this season (the most meaningless in Oscar-terms being the European Film Award). Still, she’s anything but a safe bet for an Oscar nomination.

Best Original Score: Alberto Iglesias, “The Skin I Live In”
Front-runner Ludovic Bource (“The Artist“) had nothing to do with the most talked about musical moment in that film – the blatant usage of Bernard Herrmann’s famous “Vertigo” score. Pointless, maybe, but certainly not as disgusting as Kim Novak’s cry of ‘rape.’ The other names in the field are as predictable as they may be good: Williams, Shore, Desplat. Even Reznor/Ross won’t be a surprise anymore, although it would be great to see their win last year open doors for, say, The Chemical Brothers, whose “Hanna” score may be the best workout music in quite some time.
Who I really want to see nominated is Iglesias, who also scored “Tinker Tailor Soldier Spy” this year. But it’s his ominous, thrilling work for Pedro Almodóvar’s horror flick that really deserves to be up there.

Best Cinematography: Hélène Louvart, “Pina”
From the press kit: “For the 3D image composition Wim Wenders convinced one of the most experienced 3D pioneers in stereography, Alain Derobe, to join his team. … Derobe developed a special 3D camera rig mounted on a crane. To create the depth of the room it is very important to stay close to the dancers and to follow them: ‘Normally, with a dance film, we would erect cameras in front of the stage, far away from the action on stage,’ says Alain Derobe, ‘for PINA we positioned the cameras between the dancers. The camera literally dances with them.’”
DP Louvart opens up a whole new world on the (3D) screen, one that I enjoyed so much that I didn’t wait long to immerse myself in it a second time just days after I first saw it. “Pina” is groundbreaking entertainment and its cinematography the best argument for 3D so far.

Best Actor: Hunter McCracken, “The Tree of Life”
Yes, I’m still beating that drum. McCracken gave a stunning debut performance in Malick’s masterpiece but has not been heard from since. He (or his parents) wisely decided that a proper education would be worth more than an awards run, so instead of hitting the campaign trail McCracken stayed in high school. Good for him, but he deserves more than the lone Chicago Film Critics Association nomination (for Most Promising Performer) he got so far.

Best Director: Thomas McCarthy, “Win Win”
Tom McCarthy is one of the greatest directors currently working. Bold statement, I know, but I can back it up. Think of his films, “The Station Agent,” “The Visitor” and “Win Win.” What do they have in common? Sweeping vistas? Exciting special effects? No. Truly moving stories and honest, restrained performances? Yes. And that’s no coincidence. Sure, Patricia Clarkson or Richard Jenkins are gifted actors, but it takes a director like McCarthy (who is also an actor) to lift them to the next level. And that’s what he does with Paul Giamatti and Amy Ryan in “Win Win,” both of whom giving the best performance of their careers. McCarthy is a cinematic treaure, and it’s time the Academy recognized that.

Best Sound Mixing: Robert Eber, “Drive”
Next to “The Tree of Life” and “Pina,” I’d say this is the film where it’s most essential you watch it in a theater. And one of the (granted, many) reasons is the superb sound mix. Of course the Sounds are tricky categories; ideally sound effects and mixing should be something that goes unnoticed by most viewers, yet year after year it’s the more showy offerings that get the nominations (see also Best Make-Up). And while I did notice the sound mix on “Drive” I was never distracted by it. On the contrary, it heightened the experience, especially in the much debated second half of the film. Sadly, with no precursor awards or nominations for “Drive” in this category, this is never going to happen. “Transformers” it is, then.

Best Picture: “Beginners”
Okay, here’s a bet for you: Sunday night, Christopher Plummer will win the Golden Globe for his supporting performance in Mike Mills’ gem of a movie. Next, he will be nominated for the Oscar, which he will also win. I know, safe bet so far, so I’ll toss in one more thing: Mills will get a nomination for Original Screenplay, but lose to Woody Allen. And that will be all the Oscars will have to offer “Beginners.” Because, as the films so beautifully shows us, life’s just not fair. If it were, “Beginners” would be up for Best Picture. Alas!

Best Supporting Actor: Corey Stoll, “Midnight in Paris”
Speaking of life being unfair: If “Midnight in Paris” deserves any recognition – and I don’t believe it deserves much, it’s for Stoll’s scene-stealing turn as Ernest Hemingway, which may be the only thing that keeps Allen’s film from being totally forgettable.

Best Picture: “Margin Call”
Writer/director J.C. Chandor has a (small) chance of scoring a Screenplay nod, but that’s about it for this smart, exciting tale of financial collapse. In some other year there would be talk of Kevin Spacey, Zachary Quinto (Leading) Jeremy Irons, Stanley Tucci (Supporting) and Chandor (Directing). But as well-timed with the Occupy movement and the general mood of the public “Margin Call” was, it did not fare well in the awards conversation, which is a shame.

Best Supporting Actor: Andy Serkis, “Rise of the Planet of the Apes”
The argument has been made. A lot, and well. I don’t need to rehash it.

And, finally…

Best Picture, Director (Abbas Kiarostami), Screenplay (Kiarostami), Actress (Juliette Binoche) and Actor (William Shimell), “Copie conforme” (“Certified Copy”)

Those are my unlikely but deserving picks. What are yours?

Vampire, Tinker, Tailor, Soldier, Spy

You guys, I have so many movies lying around that I still haven’t seen. So many. And good ones, too. Some of them are considered ‘essential viewing’ by some.

But I try to catch up. But with so many titles to choose from, how do I decide? I don’t even know what kind of joghurt to buy if there’s more than one brand.

So the other day I had two thoughts regarding what to watch next. The first one came from the bitter realization that these days (with all the film festivals and early Oscar buzz happening around me) it’s really frustrating to read about films that I won’t be able to watch for quite some time. “Shame” (with Michael Fassbender), “A Dangerous Method” (with Michael Fassbender), “Martha Marcy May Marlene“, “Tinker, Tailor, Soldier, Spy“, “The Descendants” (with George Clooney) and a whole lot more. One new film that’s on my mind a lot these days is Soderbergh’s “Contagion“.

Since I can’t see any of those films right now, I decided to do the next best thing and find ones by the same filmmakers that I could watch. And it turned out that I have, but hadn’t seen yet, Soderbergh’s “Out of Sight” (with George Clooney). And knowing that the next episode of Filmspotting will have Adam and Matty’s ‘Top 5 Soderbergh Scenes’, this was a perfect fit.

Okay, so I watched that. (It’s great!) Then for the next film I started a whole new thought process. I recently watched Tom McCarthy’s “Win Win” and been reading about Paul Giamatti’s odds of a Best Actor nomination. The article (by Mark Harris, who I love and you should, too) mentions Richard Jenkins’ nomination for another McCarthy film, “The Visitor” (one of my all time favorites). And I remembered that Jenkins created some minor buzz last year for his performance in Matt Reeves’ “Let Me In“. So I wanted to watch that. But it’s a remake! So at first I wanted to watch the Swedish original, Tomas Alfredson’s “Låt den rätte komma in” (Let The Right One In).

I did. (It’s good.) Afterwards, I checked out the director’s IMDb-page to see what else he had done. His latest? A little film called “Tinker, Tailor, Soldier, Spy“. So without knowing it, I actually did watch something from a filmmaker whose new film I’ve been reading about the last few weeks.

The King’s Speech

Had Lionel Logue still been alive ten years ago, I would probably have met him. I met every single other speech therapist, it seems.

You see, much like King George VI, I used to have quite the stammer. In fact, I still do, I just learned to work around it most of the time.

The King’s Speech” opens with Best actor nominee Colin Firth as George, then Prince Albert, Duke of York, giving a public speech and failing miserably at it. Being a stutterer myself, I’ve taken notice on how this speech impediment has been portrayed in movies over the years. None came close the real thing. But this scene, and this movie, change that. Watching Firth struggle with getting out the words, his throat cramping up, his whole body visibly tensing, I was brought back to my school days, having to recite a poem or reading from a book in class. I know exactly how dreadful it is to be blocked by your own speech in this way.

So while I found this part of the movie, the stuttering, to be most realistic, the speech therapy, while certainly fun to watch, felt rather gimmicky to me. In real life, or at least in my life, things are not really that simple. But this is a movie, and I understand that it’s not really about the actual issue of stuttering. Which is fine. And it’s not like George is magically healed of all his troubles of the end of the movie.

Geoffrey Rush gives a marvelous performance as Logue. He is nominated in the Supporting category, but really he and Firth are both leading players in this. They are supported by Helena Bonham Carter, herself a nominee (and appearing in four(!) nominated films this year, which has got to be some kind of record?).

“The King’s Speech” is nominated in 12 categories and a front-runner in at least four of them: Best Picture, Director (Tom Hooper), Actor in a Leading Role and Best Original Screenplay (David Seidler).

Alexandre Desplat is nominated for his original score, and it’s a good one, but good old Ludwig van is stealing the (climactic) scene of the movie with the magnificent 2nd movement from Symphony No. 7, one of my all time favorite pieces of music.

I’m not going to be rooting for “The King’s Speech” to win Best Picture on Sunday (Come on, “Toy Story 3“!), but if the expected is to happen, I certainly won’t begrudge it. A fine film with great performances and skillful work behind the scenes. Recommended.

Oscar-Nominierungen und erste Prognose

Die Nominierungen sind eine Woche alt und die Fachwelt ist sich einig: The King’s Speech wird Bester Film. Wer letzte Woche noch an The Social Network geglaubt hat wurde spätestens mit den PGA Awards eines besseren belehrt. Tom Hoopers Film ist Jedermanns Liebling, David Fincher wird sich mit dem Regie-Oscar trösten müssen.

Mitreden kann ich da nicht wirklich, da ich leider bisher weder The King’s Speech noch drei weitere der sechs meist-nomnierten Filme sehen konnte. True Grit, The Fighter und 127 Hours sind zwar alle nicht Titel, die ich, ausgehend von den Trailern und was man so hört, unbedingt sofort sehen muß (The Fighter noch am wenigsten), aber doof ist es irgendwie schon.

Immerhin habe ich aber in 21 der 24 Kategorien jeweils mindestens einen nominierten Film gesehen. (Die drei anderen sind Makeup, Documentary Short und Live Action Short Film.) So kann ich mich in der Oscar-Nacht wenigsten bei fast jedem Preis für jemanden freuen bzw. mit jemandem ärgern.

Wobei mich das zu einem weiteren, kleinen Problemchen bringt: Zum ersten mal seit 1994 werde ich die Verleihung nicht bei mir zu hause sehen können. Lebte ich nicht in der allerletzten Provinz die sich Trier nennt würde ich ja darauf hoffen, daß es irgendwo ein public viewing gibt, aber wie es aussieht, muß ich mir wohl was anderes überlegen. Möchte mich jemand zu sich nach hause einladen? Ich brauche auch nicht viel, nur Cola und Knabberkram, WLAN fürs Live-Blog und Kissen oder Kuscheltiere oder so, die ich dem Gätjen an den Kopf werfen kann…

Hoffentlich ergibt sich da in den nächsten 24 Tagen und 16 Stunden noch etwas. Bis dahin hier mal meine (uninformierte) Prognose für die Schauspielerkategorien:

Leading actor: Colin Firth, The King’s Speech
Habe nur Jesse Eisenberg in The Social Network gesehen. Hat mir gefallen, aber nichts Weltbewegendes. Bardem und Bridges haben schon, Franco bekommt den schon noch irgendwann. Firth hätte ihn letztes Jahr schon für A Single Man kriegen sollen.

Supporting actor: Christian Bale, The Fighter
Da hilft es auch nicht, daß ich ihn nach wie vor doof finde. Die Zeichen stehen auf Bale. Freuen würde es mich für John Hawkes, dem einzigen interessanten Teil von Winter’s Bone.

Leading actress: Natalie Portman, Black Swan
Gähn. Die wohl unspannendste Kategorie. Ist aber auch ne klasse Leistung, kann man nichts gegen sagen.

Supporting actress: Melissa Leo, The Fighter
Endlich mal eine Kategorie, in der sich nicht alle einig sind. Viele glauben ja an Hailee Steinfeld (True Grit), aber ich bin da mal konservativ und gehe mit Golden Globes-Gewinneren Leo. Gesehen habe ich hier nur Aussenseiterin Jacki Weaver in Animal Kingdom. (Übrigens ein ganz toller Film!)

Hollywood Hopeful

Update: Here are the official nominations. My thoughts later.

Oscar noms in a few minutes (a.k.a. long over when you’re reading this).

I’m not expecting the official ballot to differ that much from what the Awards bloggers have been predicting for the last few months.

Still, there are a few names and titles that would surprise and delight me very much, should they appear in today’s list of nominations:

Best actress: Tilda Swinton, “Io sono l’amore” (“I Am Love”).
I haven’t seen the movie yet, and a foreign-language performance is unlikely to get a Best actress nomination. The Academy should have nominated Swinton last year for “Julia”, but if she can get in for this one I’ll forgive them their oversight.

Best actor: Tom Hanks, “Toy Story 3
Yes, it’s never going to happen, and the bulk of Woody’s acting work was done (splendidly) by the animators. Hanks’ voice performance, though, is as rich and deep (and real) as any from last year.

Best original score: Daft Punk, “TRON Legacy
Trent Reznor und Atticus Ross are a sure nomination for their non-traditonal scoring of “The Social Network”. So non-traditionality shouldn’t keep Daft Punk out of the race. Haven’t seen TRON yet (I’m going on Thursday), but I have listened to the soundtrack and it’s pretty amazing.

Best visual effects: “Scott Pilgrim vs the World
Usually I’m not a fan of effects that draw attention to themselves, but the effects design in Scott Pilgrim is so integral to the story that it gets away with being way over the top. It’s a way over the top movie, after all! Which brings us to…

Best sound editing: “Scott Pilgrim vs the World”
It’s anything but subtle. It’s loud. It’s in-your-face. It’s turn-it-to-eleven. It’s fucking amazing. It should get nominated.

Best foreign language film: “Kynodontas” (“Dogtooth”)
Of course I want what I thought to be the best film of 2009 to get nominated here, but I realize that it’s way, way too out there to appeal to a majority of the voters. But, man, wouldn’t that be something?

So these are my dark horse-picks. Fingers crossed.

Sensationell geht anders

#1: Oscars!
#2: Sensationell geht anders
#3: Wo ist Tilda?
#4: Meine Oscar-Voraussagen
#5: Oscars 2009: Top 10 (Best Picture)
#6: Poren, Falten und Narben
#7: Pre-Show
#8: Oscars 2010: Live-Blog


von: Caecilie von Teichman
an: Sebastian Nebel

So, ich melde mich auch endlich mal…

1. Kekse! Ich brauche dringend so eine Ausstechform, dann bin ich dabei!

2. Avatar: Ich habe mich letztens von einem extremen Avatar-Fan ins Kino schleppen lassen und war mäßig begeistert. Avatar war übrigens mein erstes 3D-Kino-Erlebnis seit Captain Eo irgendwann Anfang der 90er in Disneyland. Ich fand die Shutter-Brille auf Dauer ganz schön schwer und unbequem und war froh, als der Film vorbei war.
Das Rumgeballer am Schluss war schon ganz nett, ansonsten habe ich mich immerhin nicht gelangweilt. Sensationell geht anders.

3. Best Picture: Ich hoffe auf The Hurt Locker (leider nur auf DVD gesehen, aber so atemberaubend, dass ich nach 5 Minuten erstmal kurz pausieren musste, um Luft zu holen) und Inglourious Basterds. Da ich aber nicht an Wunder glaube, würde es mir schon reichen, wenn Jeremy Renner den Oscar für den besten Schauspieler gewinnt und Michael Haneke den Auslandsoscar. Und, weil ich ein bisschen ein Snob bin, “Miracle Fish” den Kurzfilm-Oscar, denn den habe ich auf der Interfilm gesehen und fand ihn sehr gut (wenn auch sehr krass).

Sollte Avatar alles abräumen, wird damit immerhin belohnt, dass dieser Film dafür gesorgt hat, dass sich die digitale 3D-Technologie flächendeckend durchgesetzt und zumindest teilweise refinanziert hat.

4. Gätjen! Vielleicht können wir uns ein schönes Trinkspiel für die Red Carpet-Show ausdenken? Sonst weiß ich nicht, ob ich das ohne Schäden ertragen kann…

5. Wahnwitzige Theorie, die ich demnächst ausführen werde: Warum Public Enemies revolutionärer als Avatar ist.