Wie bitte?!

Erinnert sich noch jemand an “Wie bitte?!” mit Geert Müller-Gerbes? Die Sendung auf RTLplus in der auf humorvolle Art und Weise der Frust des gemeinen Verbrauchers ob der Inkompetenz oder Böswilligkeit gewisser Unternehmen Luft gemacht wurde?

Daran fühlte ich mich heute morgen erinnert, weil ich mich mal wieder über das Trierer CinemaxX aufrege. Ist ja nicht das erste mal.

Der Anlass: Kommenden Dienstag zeigt das CinemaxX den Film “Men in Black III.” In 3D. Unsynchronisiert. Wahnsinn! Eine OV! Wer hätte das noch für möglich gehalten? Ich sicher nicht.

Denn, und das ist mein Problem mit der ganzen Sache, seit Wochen nerve ich das Kino mit der Anfrage, ob sie nicht bitte mal “The Avengers” zeigen könnten. Also den richtigen Film, nicht die Version mit dem kaputten Ton wo die Schauspieler mit fremden Zungen sprechen. Muss nicht 3D sein, aber aber wenn ist es auch okay.

Ich dachte ja lange, eine “Avengers”-OV sei ein no-brainer. Der Film macht Geld wie, öhm, Heu? (Diese Redewendung habe ich nie verstanden. Macht Heu Geld? Mh… Aber ich kenne auch keinen einzigen bunten Hund…) Jedenfalls würde das Kino mit dem Film jetzt nicht unbedingt ein großes Risiko eingehen.

Aber wir wissen ja: Das CinemaxX Trier “[versucht] generell wenn möglich OV´s zu zeigen. Leider ist dies nicht immer möglich.”

Ja, ja, diese “Originalversionen’s” sind sicher sehr schwer aufzutreiben. Gerade bei einem obskuren Genre-Werk wie “The Avengers.” Wer ist denn da überhaupt der Verleih? “Walt Disney Studios”? Noch nie gehört.

Aber mit Sony hat der Deal dann doch geklappt und so setzt das Trierer CinemaxX seine Reihe “OVs von kritisch zerrissene Fortsetzungen, die niemand wirklich gewollt hat” (es liefen bereits “The Hangover 2″ und “Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides”) mit “Men in Black III” fort.

Und ich? Ich fahre, wie sicherlich viele frustrierte Trierer Kino-Fans, nach Luxemburg ins Kino. Oder bleibe ganz zu Hause. Das CinemaxX, jedenfalls, will mein Geld ja nicht.

Try Harder

So, so, CinemaxX versucht also, “generell wenn möglich” Originalfassungen zu zeigen. Nur sei dies “nicht immer möglich.”

Das ist natürlich beides Unfug. Also sowohl, dass es nicht immer möglich ist (es soll doch tatsächlich in Deutschland Kinos geben, die ein OV-Vollprogramm haben!), als auch, dass das Trierer CinemaxX “generell” versucht, OVs zu zeigen.

Letztes Jahr liefen im CinemaxX Trier vier Filme mit nicht-deutscher Tonspur. Nach “True Grit” im Februar gab es “Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides” im Mai, “The Hangover Part II” im Juni und “Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2″ im Juli. (Woran lag es, dass die Serie nicht weitergeführt wurde? An einem Mangel an Fortsetzungen wohl kaum…)

Warum also die Lüge, man würde ja, wenn man könnte? Das andere Trierer Kino, Broadway, geht in seinem Gästebuch, stets unterzeichnet von Betreiber Dirk Ziesenhenne, wenigstens ehrlich auf Anfragen (“Wird dieser Film bei euch laufen?”/“Warum zeigt ihr nicht jenen Film?”) ein. Eine Auswahl an Antworten, Hervorhebungen meine:

[Die Chance, den Film "Perfect Sense" zu zeigen] besteht leider nicht – der Film ist ein völliger Flop, er hat es in den ersten zwei Wochen in ganz Deutschland auf keine 10.000 Besucher gebracht. Das ist wirtschaftlich nicht vertretbar.

Ob der Film ["Huhn mit Pflaumen"] in der Folge bei uns zum Einsatz kommt, werden die Zahlen bei den Kolleginnen und Kollegen entscheiden, da wir – abseits von Filmqualitäten – auch auf die Wirtschaftlichkeit schauen müssen.

Der Markt entscheidet, weil wir uns (leider) als nicht städtisch gestützter Kulturbetrieb nach marktwirtschaftlichen Bedingungen zu richten haben. Der Film ["Faust"] läuft morgen in einigen deutschen Kinos an – die Zahlen werden in der Folge entscheiden. Erfahrungsgemäss bin ich leider nicht all zu optimistisch, dass sich der Film soweit durchsetzen wird, dass sich ein Einsatz wirtschaftlich wird vertreten lassen.

Und, auf den Hinweis, dass in Trier bestimmte Filme nicht, dafür aber viele andere doppelt (also im Broadway und im CinemaxX) laufen:

[Das] Doppelspiel ist nicht immer zu vermeiden – auch wir müssen wirtschaftlich denken und können nicht der reinen Kunst fröhnen, denn dazu reicht das Potential in Trier schlicht nicht aus. D.h. wir sind mit 5 Sälen darauf angewiesen, gewisse Erfolgsfilme zu spielen, sonst wären wir nicht überlebensfähig.

(Meine Anfrage, ob es eine OV des Films “Nader und Simin” geben könne, wurde gar nicht erst beantwortet, aber ich schätze einfach mal, dass so etwas wirtschaftlich nicht vertretbar wäre.)

Dass sich das Broadway mit seiner “Es lohnt sich nicht, Filme zu zeigen, die ein paar Leute sehen wollen, weil diese Filme niemand sehen will”-Politik in einer Abwärtsspirale aus der Existenzberechtigung befindet, ist ein Thema für einen anderen Beitrag. Jetzt interessiert mich, was hinter dem mangelnden Enthusiasmus des CinemaxX steht, wenn es um Originalfassungen geht. Ist es auch der wirtschaftliche Aspekt? Ich war in drei der OVs des letzten Jahres, “True Grit,” “Hangover” und “Harry Potter.” Alle waren gut besucht. Nicht ausverkauft, aber sicherlich jeweils mehr Zuschauer als die beiden “Pina”-3D-Vorstellungen, die ich im CinemaxX gesehen habe, zusammen. Vor allem für die Nicht-Fortsetzung “True Grit” finde ich es interessant, dass so viele gekommen sind, bei den beiden anderen ist ein gewisses Grundpublikum sicher schon voreingebaut.

Aber vielleicht hat es trotzdem nicht gereicht, um sich für das Kino zu rentieren? Ich habe keine Zahlen, ich weiß es nicht. Den Kommentaren des CinemaxX nach liegt es jedenfalls nicht am mangelnden Gewinn, dass es seit über einem halben Jahr keine Originalfassungen mehr gegeben hat.

Dass CinemaxX überhaupt auf Twitter vertreten ist und gelegentlich auch auf Anfragen antwortet (wenn auch manchmal leider ohne es zu Ende zu führen) ist ein guter Anfang, geht aber nicht weit genug. Ich weiß ja nicht, wie diese “Versuche,” OVs zu zeigen, so aussehen, aber ein Kontakt mit dem Publikum, sowohl dem durchaus vorhandenen OV-Stammpublikum als auch dem, dass spontan abhängig von Laune oder Film entscheidet, ob es ins Kino geht, wird jedenfalls nicht gesucht. Dabei ist dies in Zeiten von Facebook, Twitter und co. wirklich nicht unmöglich.

Naja, soweit erstmal meine kleine Frust-Tirade, angefeuert von der traurigen Tatsache, dass ich immer noch vier (“The Descendants,” “Extremely Loud & Incredibly Close,” “Hugo” und “War Horse”) der neun Filme, die dieses Jahr für den Best Picture-Oscar nominiert wurden, weder gesehen habe noch bis zur Verleihung in neun Tagen sehen werden kann. Und, ja, ich weiß, dass ich mit meinen Ansprüchen nicht unbedingt in einer Stadt wie Trier leben sollte. Aber dann erwarte ich wenigstens, dass das Kino zugibt, kein Interesse an Originalversionen zu haben und nicht behauptet, “generell zu versuchen,” sie zu zeigen.

/rant

The Lion King 3D

Disneys “Der König der Löwen” ist zurück in den Kinos, dieses mal in 3D. In den USA war dieses Experiment so erfolgreich, dass in den nächsten Jahren Titel wie “Finding Nemo” und “Beauty and the Beast” ebenso bearbeitet und neu veröffentlicht werden. Dazu kommen 3D-Versionen von James Camerons “Titanic” und, im Februar 2012 und dann jeweils im Februar der folgenden Jahre, die “Star Wars”-Episoden I-VI. Auch Charlie Chaplin ist nicht sicher. Über Zweck und Notwendigkeit lässt sich sicherlich streiten, aber 3D ist jetzt nunmal hier und bleibt es vorerst auch.

Als ich hörte, dass “Der König der Löwen” wieder ins Kino kommt, war mir klar, dass ich hineingehen würde. Ein bisschen, weil ich neugierig auf die 3D-Umwandlung war, aber hauptsächlich, weil der Film einer der besten seines Genres ist und es immer noch etwas Besonderes ist, einen Film im Kino zu sehen (wenn nicht gerade DVDs abgespielt werden – aber genug vom Broadway…). Und das erste mal ist ja auch schon 16 Jahre her (Wahnsinn!).

Die Vorstellung in der ich war lief im Rahmen des CinemaxXer Kinderkinos (Klexi-Sause oder etwas ähnlich dämliches) und dementsprechend waren auch jede Menge Eltern mit kleinen Kindern im Saal – obwohl der Film meines Erachtens ab 6 Jahren sein sollte. Immerhin wurde das Baby, das pünktlich zu Beginn des Films zu Schreien anfing, zügig entfernt.

Etwas überrascht war ich von der weiteren Zusammensetzung des Publikums. Neben Eltern und Kleinkindern stellten Mädchen bzw. junge Frauen (im Alter von 15-25) die größte Gruppe. Ich hätte ja gedacht, dass sie gerade etwas zu jung sind, um den “König der Löwen” schon im ersten Lauf gesehen zu haben und nun aus ähnlich nostalgischem Grund wie ich wieder hier sind, aber wahrscheinlich waren das genau die Unter-6-jährigen, über die ich mich 1994 aufgeregt habe. (Die, die nicht verstanden haben, dass der erwachsende Löwe am Anfang nicht der selbe ist wie der erwachsene Löwe am Ende.)

Das 3D ist sicherlich gut gemeint und gemacht, verleiht dem Film aber nichts, was er nicht ohnehin schon hatte. Das oft-gehörte Argument, 3D lasse den Zuschauer besser in die Szenerie ‘eintauchen’ schlägt bei mir nicht wirklich an. Eine gute Geschichte und schöne Bilder können dies auch ohne 3D-Effekte erreichen. Ich habe durchaus schon gutes 3D im Kino gesehen (z.B. “Toy Story 3″ oder “Resident Evil: Afterlive”), aber erst und nur in einem einzigen Fall, “Pina,” halte ich es für wirklich notwendig. Ich habe an einigen Stellen (u.a. hier) gelesen, dass sich viele Szenen im “König der Löwen” besonders gut für die 3D-Umwandlung eigneten, da sie ohnehin schon eine große Tiefe bzw. Vordergrund/Hintergrund-Dynamik aufweisen. Ich denke allerdings, dass genau dies ein Grund ist, warum 3D hier nicht von Nöten ist: Schon die normale, 2D-Version des Films bietet mehr Tiefe und Dynamik als so mancher nachträglich 3D-isierter Film.

Und der Film selbst: Großartig wie eh und je. Ich hatte ihn auf VHS oft genug gesehen, dass ich sämtliche Dialoge hätte mitsprechen können; seit dem letzten Sehen sind allerdings schon einige Jahre (10?) vergangen. Die Animation – noch weitgehend per Hand gezeichnet – ist wunderschön. Die Musik von Hans Zimmer, Elton John und Tim Rice ist immer noch unglaublich emotional. (Ja, es gab mal wieder Tränen…)

Und: Scar ist einer der besten/fiesesten Bösewichte der Filmgeschichte:

Ich bin verliebt …

… in das Kinoprogramm des CineStar Metropolis in Frankfurt am Main!

Man schaue sich nur mal die aktuelle Woche an! Sieben (7!) Originalversionen (die drei deutschen Filme nicht mal mitgerechnet), alle im Vollprogramm, nicht blos einzelne Vorstellungen.

Wäre ich in Frankfurt würde ich ohne lange zu warten in mindestens 3 der Filme gehen (“Kung Fu Panda 2“, “The Tree of Life“, “Source Code“) und je nach Gemütslage wahrscheinlich auch noch in “X-Men: First Class“.

Und natürlich in die OV-Sneak(!) jeden(!) Montagabend.

Natürlich ist Trier nicht Frankfurt. Wir haben zum Beispiel keine US-Army-Basis in der Nähe. Aber im Irish Pub findet sich ja auch jeden Abend eine Hand voll englischsprachiger Leute ein. Die gehen doch bestimmt gerne mal ins Kino!

Aber es ist ja leider auch erwiesen, dass Kultur in Trier keine Chance hat. Das Angebot, das es mal gab ist weg, Neues findet keine Abnehmer.

Da muß man wohl schon froh sein, wenn das große Kino ab und zu mal eine OV des aktuellen (meist ziemlich miesen) Blockbusters macht oder das kleine Kino aus der Videothek ausgeliehene Nichenfilme zeigt.

Die beste Alternative bleibt das Heimkino. Ich spare dann mal auf einen neuen Beamer…

THE HANGOVER PART II als Chick-Flick?

Am Montag habe ich das (überschaubare) Publikum der “The Hangover Part II“-Originalvorstellung mal durchgezählt und kam auf genau 10 Männer und etwa 30 Frauen.

Intuitiv hätte ich ja vermutet, dass ein Film wie dieser eher ein männliches Publikum anspricht. Aber die Männer waren nicht nur in der Unterzahl, es gab auch keine Gruppen in denen nur Männer waren. Das sah schon eher nach “mitgeschleppt” aus.

Woran lags? An Frauenschwarm Bradley Cooper, nie lange mit bedecktem Oberkörper im Bild? Am knuffigen Zach Galifianakis? Daran, dass der Film im Grunde genommen um eine Hochzeit geht?

Oder gehen Frauen lieber in OVs als Männer? Die parallel laufende deutsche Version war ausverkauft und ich konnte beim Rausgehen keine klare weibliche Mehrheit feststellen.

Wahrscheinlich ist die Gruppe der OV-Gänger auch einfach nur zu klein, um daraus irgendwelche demographischen Schlüsse ziehen zu können.

(Ach ja, über den Film an sich gibt es ausser einem leicht enttäuschten “Meh.” nicht viel sagen…)

[OV in Trier] The Hangover Part II

Die nächste OV im Trierer CinemaxX: “The Hangover Part II“. Am Montag, dem 6. Juni 2011, also zeitgleich mit der Originalfassung im Broadway an dem Abend, “Fifty Dead Men Walking“.

Auch wenn der zweite Hangover so ziemlich genau die gleiche Handlung wie der erste haben soll werde ich mich wohl gegen das irische Drama im kleinen Kino und für die Komödie im großen entscheiden. Nicht zuletzt auch wegen Film vs. BluRay.

Arrrr nee!

Und doch noch eine OV im CinemaxX Trier. Aber statt eines interessanten Titels wie “Hanna” oder “Fast Five” gibts lediglich “Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides”, am Sonntag dem 22. Mai um 19:50 Uhr. (Update: Und nochmals am Montag, dem 23. Mai um 20:20 Uhr.)

Ist halt am Ende doch nur eine Marketingentscheidung. Bei der Masse an Menschen, die sich Pirates 4 ansehen kommen werden schon ein paar für die Originalversion abfallen.

Ein treues OV-Publikum würde man m.E. eher aufbauen können, wenn man sich an Menschen richtet, die Filme gerne unsynchronisiert sehen, weil sie gerne Filme sehen. Menschen, die sich für Filme interessieren. Die auch mal Filmkritiken lesen.

Also nicht unbedingt Menschen, die heiss darauf sind sich Pirates 4 anzusehen.