My predictions for the 2012 Academy Awards

The Artist

© 2011 The Weinstein Company

Only four days left! Here are my predictions. Wanna bet? Share yours in the comments. The winner gets cookies, somehow! :)

Best Motion Picture

Will win: “The Artist
Should win: “The Tree of Life
Should’ve been nominated: “Drive
 

Best Performance by an Actor in a Leading Role

Will win: Jean Dujardin in “The Artist
Should win: Gary Oldman in “Tinker Tailor Soldier Spy
Should’ve been: Michael Fassbender in “Shame
 

Best Performance by an Actress in a Leading Role

Will win: Meryl Streep in “The Iron Lady
Should win: Probably Meryl Streep.
Should’ve been: Tilda Swinton in “We Need To Talk About Kevin
 

Best Performance by an Actor in a Supporting Role

Will, should win: Christopher Plummer in “Beginners
Should’ve been: Hunter McCracken in “The Tree of Life
 

Best Performance by an Actress in a Supporting Role

Will win: Octavia Spencer in “The Help
Should win: I honestly don’t know, but I’m rooting for Chastain, because…
Should’ve been: Jessica Chastain in “The Tree of Life
 

Best Achievement in Directing

Will win: Michel Hazanavicius, “The Artist” (Sorry, Marty!)
Should win: Terrence Malick, “The Tree of Life
Should’ve been nominated: How about a woman, Hollywood? Lynne Ramsay, maybe?
 

Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

Will win: Woody Allen, “Midnight in Paris
Should win: J.C. Chandor, “Margin Call” / Asghar Farhadi, “Jodaeiye Nader az Simin
Should’ve been: Mike Mills, “Beginners
 

Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

Will win: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash, “The Descendants
 

Best Animated Feature Film

Will, should: “Rango
 

Best Foreign Language Film

Will win: I have a feeling that “Jodaeiye Nader az Simin” will not win this, but don’t ask me who will. So I’m randomly guessing… “In Darkness” (Poland).
Should win: Probably “Jodaeiye Nader az Simin
Should’ve been: “Pina,” of course.
 

Best Achievement in Cinematography

Will, should, end of discussion: Emmanuel Lubezki, “The Tree of Life
 

Best Achievement in Editing

Will: “The Artist
 

Best Achievement in Art Direction

Will: “Hugo
Should’ve been: “Tinker Tailor Soldier Spy
 

Best Achievement in Costume Design

Will: “Hugo
Should’ve been: “Tinker Tailor Soldier Spy
 

Best Achievement in Makeup

Will win: “The Iron Lady
 

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

Will win: Ludovic Bource, “The Artist” (yawn)
Should win: Alberto Iglesias, “Tinker Tailor Soldier Spy
Should’ve been: Alberto Iglesias, “La piel que habito
 

Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Song

Will, should win: “Man or Muppet” from “The Muppets
Should’ve been: More songs from “The Muppets,” also I liked “Star Spangled Man” from “Captain America: The First Avenger” a lot.
 

Best Achievement in Sound Mixing, Best Achievement in Sound Editing

Will win: I’m going with “Transformers: Dark of the Moon” for both of these. (But it’s probably gonna be “Hugo.”)
Should/Should’ve been: “Drive
 

Best Achievement in Visual Effects

Will, should: “Rise of the Planet of the Apes
Should’ve been: “The Tree of Life
 

Best Documentary, Features

Will, should: “Pina
 

Best Documentary, Short Subjects

Will: I’m totally guessing… “The Tsunami and the Cherry Blossom
 

Best Short Film, Animated

Will win: “La Luna” (because I love Pixar and “The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore” really didn’t do anything for me.
 

Best Short Film, Live Action

Will win: “The Shore,” I guess? I’d like to see “Time Freak.”
 

So, if you’re keeping score, that’s 5 wins for “The Artist,” 2 wins each for “Hugo,” “The Iron Lady” and “Transformers,” 1 win each for “Beginners,” “The Help,” “Midnight in Paris,” “The Descendants,” “Rango,” “In Darkness,” “The Tree of Life,” “The Muppets,” “Rise of the Apes” and “Pina.”

[Dialog] Zwei, drei Bemerkungen zu Midnight in Paris

Kontroverse Meinungen im Oscar-Dialog! Dann schreibe ich doch noch ein wenig zu "Midnight in Paris“.

Die Frage, wie man Owen Wilsons schauspielerische Leistung in “Midnight in Paris” beurteilt, hängt davon ab, wie man die Hauptfigur empfindet*. Soll die Hauptfigur einen sympathischen Träumer darstellen, der gegen alle Vorbehalte seiner Verlobten und ihrer Familie mehr aus seinem Leben machen will und dessen Wünsche am Schluss märchenhaft in Erfüllung gehen? Oder handelt es sich um einen äußerst oberflächlichen, naiven Drehbuchschreiber (vermutlich verantwortlich für Katherine Heigl-RomComs), der sich für etwas besseres hält und sich weigert erwachsen zu werden? Zweiteres spielt er hervorragend (nervig).**

Zudem ist die Frage des Erzählers interessant. Sehen wir den kompletten Film aus den Augen von Owen Wilsons “manchild” Charakter Gil? Oder gibt es einen anderen, distanzierteren Erzähler? Nimmt man an, dass Gil den Film aus seiner Perspektive erzählt, ergeben die 20er Jahre-Szenen viel mehr Sinn: Warum sonst sollte Getrude Stein bereit sein, seinen Roman zu lesen? Oder sich Adriana in ihn verlieben? Das Ganze erinnert an “Wo die wilden Kerle wohnen” für Intellektuelle.

Mich haben vor allem die Nebencharaktere erfreut, die allesamt mehr Persönlichkeit ausgestrahlt haben als der substanzlose Gil – auch wenn ich mir Scott und Zelda Fitzgerald ganz anders vorgestellt habe, aber der Film zeigt eben nicht meine, sondern Gils Version. Dürfte ich Oscars verleihen, würde Kurt Fuller für seine Rolle als John, der Vater von Gils Verlobten den Oscar für den besten Nebendarsteller gewinnen. Kein anderer Nebendarsteller hat mir dieses Jahr so viel Freude bereitet. Christopher Plummer würde im Übrigen in der Hauptdarsteller-Kategorie nominiert werden, allerdings gegen Brad Pitt in “Tree of Life” verlieren. Aber das ist Stoff für einen anderen Post.

*Da ich Fussnoten liebe: Zum Thema “Nervige Woody Allen-Charaktere” passt dieser Artikel von Joan Didion sehr gut (von 1979!). (via)

** Vielleicht wird dieses Urteil auch geprägt von persönlichen Erfahrungen mit Personen, die Gil sehr ähnlich sind und für deren komplett unrealistischen Träume ich zugegebenermaßen wenig Verständnis habe.


Oscar-Dialog 2012

#1 Der Tag nach dem Tag danach (nebel)
#2 Der Tag nach dem Tag und dann noch einige Tage später (cez)
#3 Fast eine Woche später (Sonja)
#4 30 Schauspieler in einem Eintrag! (nebel)
#5 Zwei, drei Bemerkungen zu Midnight in Paris (cez)
#6 Unnötige Nebengeräusche (Sonja)
#7 Von Unterhunden und Dunklen Pferden (nebel)
#8 Über damals und Meryl Streep (Sonja)
#9 2008! (cez)
#10 Lange Nacht (nebel)

[Dialog] 30 Schauspieler in einem Eintrag!

Heute möchte ich ein wenig über Schauspieler schreiben. Caecilie beschreibt ausgerechnet "Midnight in Paris" als ‘großartig besetzt.’ Dabei ist doch Owen Wilson eine der schwerwiegendsten Fehlbesetzungen des letzten Jahres. Ich glaube, ich hätte dem Film einige seiner offensichtlichen Schwächen verzeihen können, wenn ich einer sympathischen Hauptfigur gefolgt wäre. Aber der Woody-Allen-Schuh passt Wilson nicht und so drückt es bei ihm und bei mir gleich mit. Schade.

Noch mehr gestört hat mich wohl nur Jude Law als Sensationsblogger(!) in "Contagion," einem sonst sehr soliden Film, dessen Darsteller und Regisseur untereinander genauso viele Oscars angesammelt haben1 wie ein gewisser John Williams (und dazu noch 13 weitere Nominierungen).

Aber zum Glück gab es ja auch eine Menge herausragender schauspielerischer Leistungen. Jessica Chastain und Michael Fassbender waren allgegenwärtig aber auch unglaublich gut in den unterschiedlichsten Rollen. Chastain hatte dabei das Glück, mit "The Help" in einem Film zu spielen, der ein garantierter Oscar-Magnet werden würde, auch wenn sie mir in "The Tree of Life" sehr viel besser gefallen hat.2 Fassbenders Filme waren leider entweder zu Main-Stream ("X-Men – First Class"), zu weit abseits vom Main-Stream ("Shame"), zu wenig gesehen ("Jane Eyre") oder zu erfolglos ("A Dangerous Method") um Fuß im Oscar-Rennen zu fassen. Dass nach der überraschenden Golden Globe-Nominierung eine Anerkennung Fassbenders Arbeit in "Shame" erwartet wurde, zeigte, wie groß der Hunger (no pun intended) nach einem Oscar für den Iren aus Heidelberg ist. Und der wird auch eher früher als später kommen, da bin ich mir sicher.

Warum Tilda Swinton hätte nominiert werden sollen (dieses und letztes und vorletztes Jahr) habe ich ja schon erklärt. Immerhin könnte man aus "We Need To Talk About Kevin" und "Shame" einen ‘Beautiful actors in films that make me uneasy‘-Themenabend machen.

Sollte Jean Dujardin den Oscar holen (Signs point to Yes.) so wäre er erst der vierte Schauspieler, der im gleichen Jahr sowohl in Cannes als auch von der Academy ausgezeichnet wurde. Bei den Damen wird es dafür dieses Jahr keine Möglichkeit geben; Kirsten Dunst und auch "Melancholia" insgesamt gingen bei den Nominierungen völlig leer aus, was mich doch schon etwas verwundert.

Ihr habt ja beide schon die vielen tierischen Darsteller erwähnt, und während Uggie gerade auf großer Publicity-Tour zu sein scheint (man munkelt, er habe mit Billy Crystal bereits einen Sketch einstudiert!!1) möchte ich den Scheinwerfer kurz auf eine andere Gruppe richten, die mir im Filmjahr 2011 besonders positiv aufgefallen ist: Kinder und Jugendliche. Natürlich Hunter McCracken, aber auch Laramie Eppler in "The Tree of Life." Ezra Miller, Jasper Newell und Rock Duer sind alle ungeheuerlich dämonisch als Kevin in verschiedenen Altern in "We Need To Talk About Kevin." Zoé Héran ist herausragend im französischen Film "Tomboy" (unbedingte Empfehlung!), und auch Malonn Lévana, Jeanne Disson und die anderen Kinder im gleichen Film müssen lobend erwähnt werden. Jacob Wysocki als "Terri" hat mir sehr gut gefallen (ebenso Olivia Crocicchia und Bridger Zadina), Elle Fanning war gewohnt gut in "Super 8." Dann noch Sarina Farhadi in "Jodái-e Náder az Simin," Alex Shaffer in "Win Win" und, und, und…

1) Gwyneth Paltrow (0/1), Matt Damon (1/2), Laurence Fishburne (0/1), John Hawkes (0/1), Jude Law (0/2), Marion Cotillard (1/0), Kate Winslet (1/5), Elliot Gould (0/1), Steven Soderbergh (1/2). (Zahlen in Klammern: Gewinne/weitere Nominierungen.)

2) "The Tree of Life," gesehen auf der wahnsinnig großen Leinwand des Luxembourger Utopolis, war für mich das überwältigendste Kino-Erlebnis, an das ich mich erinnern kann, und die engelsgleiche Erscheinung Chastains (die ich vorher noch nicht bewusst in einem Film gesehen hatte) trug dazu maßgebend bei.


Oscar-Dialog 2012

#1 Der Tag nach dem Tag danach (nebel)
#2 Der Tag nach dem Tag und dann noch einige Tage später (cez)
#3 Fast eine Woche später (Sonja)
#4 30 Schauspieler in einem Eintrag! (nebel)
#5 Zwei, drei Bemerkungen zu Midnight in Paris (cez)
#6 Unnötige Nebengeräusche (Sonja)
#7 Von Unterhunden und Dunklen Pferden (nebel)
#8 Über damals und Meryl Streep (Sonja)
#9 2008! (cez)
#10 Lange Nacht (nebel)

[Dialog] Der Tag nach dem Tag und dann noch einige Tage später

Caecilie hier mit meinem ersten Blogbeitrag seit mindestens zwei Jahren.

Hui, die Nominierungen. Dabei wird mir wieder bewusst, dass meine Lieblingsfilme des Jahres meist Filme sind, die ich ein oder zwei Jahre nach Veröffentlichung endlich auf DVD gesehen habe, die auf Festivals liefen und oder die als Klassiker gelten, die ich dank LOVEFiLM mehr oder weniger zufällig geschaut habe. Das macht die Oscar-Verleihung allerdings nur unterhaltsamer, weil ich mich wesentlich weniger über schlechte Filme, die Preise gewinnen, ärgere, weil ich die Filme gar nicht kenne. (Und ein Jahr später ist aus dem Ärger dann Verwunderung geworden. “Wirklich? DER Film hat einen Oscar gewonnen?”).

Aber da bei der Oscar-Verleihung auch gerne mal Menschen weniger für ihren aktuellen Film als für ihr Lebenswerk geehrt werden, weil das allgemeine Gefühl besteht, dass es jetzt wirklich mal Zeit wäre, dass diese Person einen Oscar bekommt (Hallo Mr. Scorsese!), oder schon wieder Meryl Streep dafür gewinnt, dass sie Meryl Streep ist,  geht es wohl einigen Mitgliedern der Academy ähnlich.

Apropos Verwunderung: Kann mir jemand die Existenz des Films “War Horse” erklären? Will diesen Film wirklich jemand sehen? Hätte Spielberg stattdessen nicht Jurassic Park 4 drehen können? Oder meinetwegen irgendeine Schmonzette mit Tom Hanks? Ein Film über einen Jungen, der sein Pferd aus dem Krieg retten will, könnte mich wirklich nicht weniger interessieren, wenn Robert Redford Regie geführt hätte.* Immerhin hat Lisa Hanawalt einen großartigen Comic dazu gezeichnet.

Von den Best Picture Nominees habe ich bisher nur “Midnight in Paris” und “Tree of Life” gesehen, zwei Filme von Regisseuren, die wohl unterschiedlicher kaum sein könnten: Woody Allen, der verlässlich jedes Jahr mehr oder weniger dieselbe Komödie dreht und Terrence Mallick, der alle knapp 10 Jahre einen Film dreht, in dem er nicht weniger als alles erzählen will (da waren sogar zwei Dinosaurier in “Tree of Life”! ). Großartig besetzt sind beide Filme, so richtig und ganz wahnsinnig umgehauen hat mich keiner, auch wenn die erste Stunde von “Tree of Life” sehr wahr und wunderbar ist (nachher taucht leider Sean Penn auf). Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass Mallick in der Tat den Oscar für die beste Regie gewinnt, weil es genug Wähler gibt, die glauben, dass jetzt Mallicks Zeit gekommen sei.

Beginners” hätte noch diverse Nominierungen (insbesondere in der Kategorie “Bester Hund”) verdient gehabt, doch ähnlich wie bei “Drive” und “Melancholia” war das ja leider nicht zu erwarten, deswegen hält sich meine Enttäuschung in Grenzen. Und vielleicht bringt ja Christopher Plummer den Hund mit zur Verleihung.

Gefreut habe ich mich über die Nominierung von Alexander Payne, den ich seit “Election” sehr mag. Auch, wenn er bisher für fast jeden seiner Filme nominiert wurde. Und ein Clooney-Film sowieso Oscar-Bait vom Feinsten ist. Aber trotzdem.

Auch erfreulich: endlich mal kein Pixar-Film(=sicherer Sieger) unter den Animationsfilmen! Vielleicht gewinnt mit “A Cat in Paris” endlich mal ein Außenseiter? Und dann noch zwei Nominierungen für “A Separation“! Toll!

Ansonsten überwiegt (noch) Gelassenheit. Vielleicht ändert sich das, wenn ich nächste Woche endlich “Moneyball” und “The Descendants” gesehen habe. Zu “Extremely Loud and Incredibly Close” schreibe ich übrigens lieber nichts (definitiv nicht mein Lieblingsbuch), aber es ist schon eine unheimliche Verschwendung dieses Premium-Titels, dass es sich hierbei nicht um eine aus Close-Ups bestehende Doku über Motörhead handelt.

*Niemand hat jemals so viel Langeweile auf die Leinwand gebracht, wie der Regisseur Robert Redford. Das soll kein Urteil über die Leistungen des Schauspielers Robert Redford sein, aber ich will die Lebenszeit zurück, die ich mit “Aus der Mitte entspringt ein Fluss” vergeudet habe, selbst wenn es Lebenszeit war, die ich eingeklemmt in einen unbequemen Flugzeugsitz verbracht habe. Ich hätte schlafen und etwas wirres träumen können, verdammt!


Oscar-Dialog 2012

#1 Der Tag nach dem Tag danach (nebel)
#2 Der Tag nach dem Tag und dann noch einige Tage später (cez)
#3 Fast eine Woche später (Sonja)
#4 30 Schauspieler in einem Eintrag! (nebel)
#5 Zwei, drei Bemerkungen zu Midnight in Paris (cez)
#6 Unnötige Nebengeräusche (Sonja)
#7 Von Unterhunden und Dunklen Pferden (nebel)
#8 Über damals und Meryl Streep (Sonja)
#9 2008! (cez)
#10 Lange Nacht (nebel)

[Dialog] Der Tag nach dem Tag danach

So, jetzt wissen wir es also endlich. Die Academy hat gesprochen, die Welt hat geantwortet.

Große Enttäuschung bei denen, die fest mit Albert Brooks gerechnet haben – nur er selbst nahm es relativ gelassen.

Große Begeisterung (in gewissen, mich einschliessenden Kreisen) über die Nominierung Terrence Malicks, der dann nächsten Monat wohl einer von zwei Regisseuren sein wird, die der Dankesrede von Michel Hazanavicius (bzw. Martin Scorsese?) nicht live im Kodak Theater beiwohnen werden. (Oder wird Woody Allen sein Sonntag-abendliches Jazz-Engagment doch absagen, um sich seinen Drehbuch-Oscar abzuholen?)

Und große Verwunderung bei… allen? über die Nominierung von “Extremely Loud and Incredibly Close” an neunter und letzter Stelle in der Kategorie Bester Film. Mit nur einer weiteren Nominierung (Max von Sydow, Supporting Actor) der schwächste im Feld, aber trotzdem irgendwie an “The Girl With The Dragon Tattoo” (5 Nominierungen) vorbeigekommen. Dazu noch die zweifelhafte Ehre, der Film mit der schlechtesten kritischen Bewertung zu sein, der jemals für Best Picture nominiert wurde.

Nach dem kurzen Versuch mit 10 Nominierten erlaubte eine erneute Regeländerung (Mark Harris erklärt sie hier, aber wirklich verstanden habe ich sie nicht) dieses Jahr zwischen 5 und 10 Titel im Rennen zum Besten Film. Dass es letztendlich neun geworden sind, hat viele überrascht und zeigt, dass die Mitglieder der Academy doch nicht so einheitlich abgestimmt haben wie erwartet.

Gäbe es nur fünf (und ‘was-wäre-wenn’-Spielereien sind es, was diese Zeit des Jahres ausmacht) läge es nahe, wenn es die fünf wären, deren Regisseure auch nominiert wurden. Also dieses Jahr “The Artist,” “The Descendants,” “Hugo,” “Midnight in Paris” und “The Tree of Life.” Wirklich mitreden kann ich da leider noch nicht, habe bisher nur die zwei letztgenannten gesehen. “The Artist” werde ich heute abend im Kino sehen (wer hätte das in Trier für möglich gehalten), die verbleibenden zwei werde ich hoffentlich bald in Luxembourg erwischen (oder sie erscheinen auf magische Weise in meiner Dropbox…). Aber ich kann mir, auch nach dem, was ich so gelesen habe, kaum vorstellen, dass “The Tree of Life” und “Midnight in Paris” die jeweiligen Randpositionen auf meiner ‘Top 5 Filme, die dieses Jahr für Beste Regie nominiert sind‘ aufgeben müssen.

Andererseits spricht einiges dafür, dass “The Tree of Life” es in einem Jahr mit fünf Nominierungen nicht auf den Stimmzettel geschafft und “Moneyball” (6 Nominierungen) seine Stelle eingenommen hätte. Aber so nett ich diesen Film auch fand und so toll Brad Pitt auch spielt – sein anderer Film ist der besssere, Punkt. Über “The Tree of Life” kann ich nicht genügend Superlative finden, und entgegen aller Prophezeihungen glaube ich auch weiterhin fest daran, dass er in der Nacht auf den 27. Februar nicht leer ausgehen wird. (Meine wilde Theorie: Die Fans von Scorsese und Hazanavicius stehlen sich gegenseitig die Stimmen und Malick setzt sich durch.)

Soweit meine erste, grobe Evaluierung der Nominierungen. Mir liegt noch einiges mehr auf dem Herzen, aber bevor das hier zu lang wird gebe ich ab an Caecilie und Sonja: Was waren für euch die großen Erkenntnisse vom Dienstag? Gab es Freudentänze? Trauermärsche? Distanzierte Gelassenheit?


Oscar-Dialog 2012

#1 Der Tag nach dem Tag danach (nebel)
#2 Der Tag nach dem Tag und dann noch einige Tage später (cez)
#3 Fast eine Woche später (Sonja)
#4 30 Schauspieler in einem Eintrag! (nebel)
#5 Zwei, drei Bemerkungen zu Midnight in Paris (cez)
#6 Unnötige Nebengeräusche (Sonja)
#7 Von Unterhunden und Dunklen Pferden (nebel)
#8 Über damals und Meryl Streep (Sonja)
#9 2008! (cez)
#10 Lange Nacht (nebel)

Hollywood Hopeful, 2012


I did this last year, why not make it a tradition?Oscar nominations will be announced in 11 days, on January 24. And while it’s not as obvious who will get in as it was last year with “The King’s Speech” and “The Social Network” set in stone, there are a few names and titles that would be a (pleasant) surprise.

So, once again, here’s my wish list for this year’s Academy Awards. It worked with “Dogtooth” last time, so here’s hoping!

Best Actress: Tilda Swinton, “We Need To Talk About Kevin”
Yes, I would probably still list Swinton if her performance in Lynne Ramsay’s hard-to-swallow drama wasn’t as perfect and singular as it is. But her follow-up to the overlooked (by the Academy) turns in “Julia” and “I Am Love” shows once more why Tilda Swinton is one of the most talented actors of our time.
Granted, her chances for “Kevin” are better than they were for the other two films. Swinton is nominated for a Golden Globe this year and has already won a few awards this season (the most meaningless in Oscar-terms being the European Film Award). Still, she’s anything but a safe bet for an Oscar nomination.

Best Original Score: Alberto Iglesias, “The Skin I Live In”
Front-runner Ludovic Bource (“The Artist“) had nothing to do with the most talked about musical moment in that film – the blatant usage of Bernard Herrmann’s famous “Vertigo” score. Pointless, maybe, but certainly not as disgusting as Kim Novak’s cry of ‘rape.’ The other names in the field are as predictable as they may be good: Williams, Shore, Desplat. Even Reznor/Ross won’t be a surprise anymore, although it would be great to see their win last year open doors for, say, The Chemical Brothers, whose “Hanna” score may be the best workout music in quite some time.
Who I really want to see nominated is Iglesias, who also scored “Tinker Tailor Soldier Spy” this year. But it’s his ominous, thrilling work for Pedro Almodóvar’s horror flick that really deserves to be up there.

Best Cinematography: Hélène Louvart, “Pina”
From the press kit: “For the 3D image composition Wim Wenders convinced one of the most experienced 3D pioneers in stereography, Alain Derobe, to join his team. … Derobe developed a special 3D camera rig mounted on a crane. To create the depth of the room it is very important to stay close to the dancers and to follow them: ‘Normally, with a dance film, we would erect cameras in front of the stage, far away from the action on stage,’ says Alain Derobe, ‘for PINA we positioned the cameras between the dancers. The camera literally dances with them.'”
DP Louvart opens up a whole new world on the (3D) screen, one that I enjoyed so much that I didn’t wait long to immerse myself in it a second time just days after I first saw it. “Pina” is groundbreaking entertainment and its cinematography the best argument for 3D so far.

Best Actor: Hunter McCracken, “The Tree of Life”
Yes, I’m still beating that drum. McCracken gave a stunning debut performance in Malick’s masterpiece but has not been heard from since. He (or his parents) wisely decided that a proper education would be worth more than an awards run, so instead of hitting the campaign trail McCracken stayed in high school. Good for him, but he deserves more than the lone Chicago Film Critics Association nomination (for Most Promising Performer) he got so far.

Best Director: Thomas McCarthy, “Win Win”
Tom McCarthy is one of the greatest directors currently working. Bold statement, I know, but I can back it up. Think of his films, “The Station Agent,” “The Visitor” and “Win Win.” What do they have in common? Sweeping vistas? Exciting special effects? No. Truly moving stories and honest, restrained performances? Yes. And that’s no coincidence. Sure, Patricia Clarkson or Richard Jenkins are gifted actors, but it takes a director like McCarthy (who is also an actor) to lift them to the next level. And that’s what he does with Paul Giamatti and Amy Ryan in “Win Win,” both of whom giving the best performance of their careers. McCarthy is a cinematic treaure, and it’s time the Academy recognized that.

Best Sound Mixing: Robert Eber, “Drive”
Next to “The Tree of Life” and “Pina,” I’d say this is the film where it’s most essential you watch it in a theater. And one of the (granted, many) reasons is the superb sound mix. Of course the Sounds are tricky categories; ideally sound effects and mixing should be something that goes unnoticed by most viewers, yet year after year it’s the more showy offerings that get the nominations (see also Best Make-Up). And while I did notice the sound mix on “Drive” I was never distracted by it. On the contrary, it heightened the experience, especially in the much debated second half of the film. Sadly, with no precursor awards or nominations for “Drive” in this category, this is never going to happen. “Transformers” it is, then.

Best Picture: “Beginners”
Okay, here’s a bet for you: Sunday night, Christopher Plummer will win the Golden Globe for his supporting performance in Mike Mills’ gem of a movie. Next, he will be nominated for the Oscar, which he will also win. I know, safe bet so far, so I’ll toss in one more thing: Mills will get a nomination for Original Screenplay, but lose to Woody Allen. And that will be all the Oscars will have to offer “Beginners.” Because, as the films so beautifully shows us, life’s just not fair. If it were, “Beginners” would be up for Best Picture. Alas!

Best Supporting Actor: Corey Stoll, “Midnight in Paris”
Speaking of life being unfair: If “Midnight in Paris” deserves any recognition – and I don’t believe it deserves much, it’s for Stoll’s scene-stealing turn as Ernest Hemingway, which may be the only thing that keeps Allen’s film from being totally forgettable.

Best Picture: “Margin Call”
Writer/director J.C. Chandor has a (small) chance of scoring a Screenplay nod, but that’s about it for this smart, exciting tale of financial collapse. In some other year there would be talk of Kevin Spacey, Zachary Quinto (Leading) Jeremy Irons, Stanley Tucci (Supporting) and Chandor (Directing). But as well-timed with the Occupy movement and the general mood of the public “Margin Call” was, it did not fare well in the awards conversation, which is a shame.

Best Supporting Actor: Andy Serkis, “Rise of the Planet of the Apes”
The argument has been made. A lot, and well. I don’t need to rehash it.

And, finally…

Best Picture, Director (Abbas Kiarostami), Screenplay (Kiarostami), Actress (Juliette Binoche) and Actor (William Shimell), “Copie conforme” (“Certified Copy”)

Those are my unlikely but deserving picks. What are yours?

[Top 5] Zeitreise-Filme

Inspiriert vom Filmspotting-Podcast werden Thorsten und ich an dieser Stelle mit einiger Regelmäßigkeit (sprich: Wenn wir es nicht vergessen) jeweils unsere fünf Lieblingsfilme zu einem bestimmten Thema, aus einem bestimmten Jahr, von einem bestimmten Regisseur, etc. pp. zusammenstellen. Wir werden uns dabei nicht absprechen, d.h. jeder bekommt die Liste des anderen erst zu sehen, wenn die eigene fertig ist.

Das erste Thema, auf das wir uns geeinigt haben, ist Zeitreise. UND: Es gibt eine Gast-Top 5 von meinem Bruder, Alexander.

Ich (Sebastian) habe mir für meine Top 5 folgende Einschränkungen gesetzt: Es muss sich um beabsichtigte Zeitreisen handeln, die ein Teil der zentralen Handlung des Films ist. So fallen sowohl Filme heraus, in denen Charaktere gegen ihren Willen oder zufällig zeitreisen (“Groundhog Day,” “Donnie Darko,” “Midnight in Paris“), sowie Titel, in denen die Zeitreise nur eine Nebenrolle spielt (“Harry Potter and the Prisoner of Azkaban,” “Galaxy Quest,” “Planet of the Apes“).

Thorstens Einschränkung für den Zeitreisebegriff für diese Liste: Es muss ein technisches Hilfsmittel benutzt werden (sorry, “Groundhog Day,” “Butterfly Effect“), es muss der ganze Körper durch die Zeit reisen, nicht nur das Bewusstsein (sorry, “Source Code“) und die Zeitreise muss ein wichtiger Teil der Geschichte (sorry, “Donnie Darko”) und nicht nur Mittel zum Zweck (sorry, “Star Trek“) sein.

 
Sebastians Top 5 Zeitreise-Filme:

#5
The Time Machine
(George Pal, 1960)

Pals Verfilmung des Romans von H. G. Wells schickt Rod Taylor in seiner vorzüglich schönen Zeitmaschine in die Welt der Eloi und Morlocks. Die Szene, in der sich der Zeitreisende zunächst sehr langsam, dann immer schneller in die Zukunft bewegt, ist eine hervorragende Visualisierung des Konzepts.
 

#4
Star Trek IV: The Voyage Home
(Leonard Nimoy, 1986)

“Rettet die Wale!” ist die ökologische ‘Message’ dieses Films und die Aufgabe der Crew des Raumschiffs Enterprise (NCC 1701-A, wenn ich mich nicht irre…). Denn als eine mysteriöse Sonde droht die Erde des 24. Jahrhunderts zu zerstören, wenn ihr nicht auf walisch geantwortet wird, ist die einzige Hoffnung, ein Paar der ausgestorbenen Spezies aus der Vergangenheit (die sich, welch glücklicher Zufall, als die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts herausstellt) zu besorgen. Der vierte Kinofilm der Kult-Fernsehserie ist intelligent, spannend, witzig und tatsächlich auch für Non-Trekkies ertragbar.
 

#3
Bill & Ted’s Excellent Adventure
(Stephen Herek, 1989)

… bzw. natürlich “Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit,” denn der Film, der Keanu Reeves auf die Weltbühne katapultierte ist einer der wenigen, bei der die deutsche Synchronisation dem Originalton vorzuziehen ist. (‘Hoschi’ > ‘Dude,’ so einfach ist das.) Dummgeschwätz auf höchstem Niveau im lustigsten Zeitreise-Film aller Zeiten.
 

#2
Primer
(Shane Carruth, 2004)

Carruths erfolgreicher Versuch, einen realistischen, Paradox-freien Zeitreise-Film zu machen ist so großartig wie, leider, wenig bekannt. Die Handlung kann einem schon diverse Knoten ins Gehirn machen, aber wer jemals ernsthaft über Zeitreisen nachgedacht hat, wird hier mit einer intelligenten Umsetzung belohnt, die man sich auch gerne zwei-, drei- oder zehnmal ansehen kann und immer noch über die schiere Komplexität staunen wird.
 

#1
Back to the Future
(Robert Zemeckis, 1985)

Es würde mich doch sehr überraschen, wenn BTTF hier nicht dreimal auf dem ersten Platz landet. Ich schließe die beiden Fortsetzungen hier mit ein, aber der Film von 1985 alleine ist einfach nur perfekt. Marty McFly, Doc Brown, der Delorean, sie alle sind lange schon Kult und der Film wird auch beim 30. Wieder-Sehen nicht langweilig.
 


Thorstens Top 5 Zeitreise-Filme:

#5
Primer
(Shane Carruth, 2004)

Low budget Film mit paradoxfreier Zeitreisegeschichte
von Nerds für Nerds über Nerds.
 

#4
Twelve Monkeys
(Terry Gilliam, 1995)

Es bietet sich an, ihn mehrmals zu sehen.
Plus: Erster versäumter Oscar für Brad Pitt.
 

#3
Terminator 2: Judgement Day
(James Cameron, 1991)

Goiler Äktschnfujm, den ich in folgenden Formaten und Versionen mein Eigen nenne: VHS (PAL) deutsch, VHS (NTSC) englisch, DVD (Theatrical Cut, Extended Cut, Director’s Cut), Blu Ray. Und einmal auf Laserdisc gesehen.
 

#2
Back to the Future
(Robert Zemeckis, 1985)

Stellvertretend für die Trilogie aus 2 grandiosen Filmen. Pure movie magic und fast paradoxfrei.
 

#1
Bill & Ted’s Excellent Adventure
(Stephen Herek, 1989)

Für mich der mit Abstand lustigste und zitierfähgiste Zeitreisefilm und kurioserweise noch immer der einzige Film den ich kenne, der in der deutschen Synchronisation besser ist als das Original. Keanu Reeves in Hochform (Woah!) Bunt ist das Dasein und granatenstark.
 


Alex’ Top 5 Zeitreise-Filme:

#5
Timecop
(Peter Hyams, 1994)
Du kannst das Schicksal aufhalten.

 

#4
The Final Countdown
(Don Taylor, 1980)
Du kannst das Schicksal doch nicht aufhalten.

 

#3
Frequency
(Gregory Hoblit, 2000)
Keine Zeitreise, aber das was-wäre-wenn sehr gut umgesetzt.

 

#2
Retroactive
(Louis Morneau, 1997)
B-Movie? Intelligent und konsequent.

 

#1
Escape from the Planet of the Apes
(Don Taylor, 1971)
Was, wenn uns unsere Zukunft besucht?


So, ich (Sebastian) erwarte eine lebendige Diskussion! :)