Listen sind doof.

Listen sind toll.

Ich lese gerne Listen. Ich mache gerne Listen.

Aber als ich mich neulich daran machte, meine Lieblingsalben aus dem vergangenen Jahr aufzulisten, wurde mir klar, wie dämlich solche Best of-Jahreslisten eigentlich sind. Nicht nur für Musik. Filme, Bücher, was es sonst noch so gibt auch.

Warum? Weil ich plötzlich die folgenden beiden Alben vor mir liegen hatte und mir überlegen musste, welches mir besser gefällt: “Tonight: Franz Ferdinand” und Charlotte Gainsbourgs “IRM”. Mal ganz abgesehen davon, daß solche Musikbewertungen natürlich sowieso immer subjektiv und meistens stimmungsabhängig sind. Was mich wirklich an einem “gerechten” Vergleich gehindert hat, ist, daß “Tonight” im Januar 2009, “IRM” im Dezember herausgekommen ist. Für Franz Ferdinand hatte ich also gut ein Jahr Zeit, um es mir anzuhören, es auf mich wirken zu lassen, es ein paar Monate in Vergessenheit geraten zu lassen, es wiederzuentdecken. Gainsbourgs Album finde ich toll, aber ich habe es erst ein paar mal gehört. Vielleicht höre ich es in einem halben Jahr ganz anders. Vielleicht geht es mir auf die Nerven, vielleicht möchte ich es jeden Tag hören. Wer weiß?

Was tun?

Seit einigen Jahren schon habe ich, mehr im Kopf als auf dem Papier, eine kleine Liste meiner absoluten Lieblingsfilme. Vorraussetzung, um auf die Liste zu kommen, ist allerdings nicht nur, mir besonders gut zu gefallen. Ebenso müssen mindestens fünf Jahre vergangen sein, seit dem ich den Film das erste mal gesehen habe.

Mein Grund dafür liegt in den IMDb Top 250. Eine schöne, wichtige Liste. Aber auch eine, in der immer wieder sehr viele neue, gehypete Filme auftauchen, die für gewöhnlich nach ein paar Jahren wieder völlig aus der Liste verschwinden.

So findet sich “Avatar” beispielsweise derzeit auf Platz 28. Avatar? Der achtundzwanzigst beste Film aller Zeiten? Vielleicht. Ich habe ihn nicht gesehen. Aber eher nicht. Schon lange nehme ich Platzierungen in den Top 250 daher erst dann wirklich ernst, wenn ein paar Jahre seit der Veröffentlichung vergangen sind. Und so auch für meine eigene Liste. (“Eternal Sunshine of the Spotless Mind” ist zum Beispiel eine Neueaufnahme dieses Jahr.)

Und mit Musik möchte ich es ähnlich machen. Ich möchte einem Album mindestens ein Jahr Zeit geben, um eine abschliessende Bewertung auszusprechen. (Naja, zumindest eine vorläufige, abschliessende Bewertung…)

Für “IRM” habe ich also noch ein bisschen Zeit. “Tonight: Franz Ferdinand” hingegen…

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