Wo ist Tilda?

#1: Oscars!
#2: Sensationell geht anders
#3: Wo ist Tilda?
#4: Meine Oscar-Voraussagen
#5: Oscars 2009: Top 10 (Best Picture)
#6: Poren, Falten und Narben
#7: Pre-Show
#8: Oscars 2010: Live-Blog


von: Sebastian Nebel
an: Caecilie von Teichman

Avatar ist ein unterhaltsamer Film, auf einer Ebene mit Emmerichs 2012. Von daher sogar für Freunde des Popcorn-Kinos zu empfehlen. Aber in allen Bereichen, die einen großartigen Film ausmachen sollten, wird er von seinen Mitnominierten überschattet. Selbst die Effekte, der alleinige Grund, daß Avatar überhaupt gedreht wurde, sind so übertrieben und allgegenwertig, daß sie schnell zu viel – oder einfach nur langweilig – werden. Die Story ist extrem vorhersehbar, von schauspielerischer Leistung kann nicht die Rede sein, die Musik fand ich schon langweilig, als Horner sie damals für Titanic geschrieben hat. Am Ende ist Avatar vor allem eins: Eindimensional.

Gestern habe ich mir Precious angesehen und war begeistert. Der Film dürfte es, auch mit Oscar-Nominierungen, recht schwer haben, hierzulande ein Publikum zu finden. Ein Schicksal, daß er mit A Serious Man teilen würde. (Was interessieren mich die Probleme dieser Schwarzen/Juden?) Aber beide Filme schaffen es (auf extrem unterschiedliche Weise) sich durch ihre Handlung und vor allem durch ihre Schauspieler über die vermeintliche Berührungsangst mit dem unvertrauten Milieu hinwegzutragen.

Jon Stewart hat der Academy gestern nacht damit gedroht, nächstes Jahr wieder die Verleihung zu moderieren, wenn sie Mo’Nique nicht den Nebendarstellerinnen-Oscar aushändigen. Und obwohl ich nichts gegen Stewarts Rückkehr nach Los Angeles hätte, schliesse ich mich seinem Enthusiasmus für Mo’Nique an. Vor allem gegen Ende des Films spielt sie Precious’ Mutter mit einer solchen Wucht, daß es mir jetzt noch kalt den Rücken herunterläuft, wenn ich nur daran denke. Zum Glück hat sie keine ernstzunehmende Konkurrenz in ihrer Kategorie – sorry, Maggie!

Für Precious selbst, Gabourey Sidibe, sieht es da leider ganz anders aus. Sie droht Opfer des plötzlich aufgekommenden Sandra Bullock-Hypes zu werden. Denn wenn es nach den Meinungsmachern geht, hat diese mit The Blind Side dieses Jahr ihren Erin Brockovich-Moment erreicht und gilt nach ihrem Sieg bei den Golden Globes als sichere Gewinnerin in der Kategorie Beste Schauspielerin. Wenn man sich die anderen Nominierten ansieht, spricht auch nicht viel dagegen. Meryl Streep (bäh!) und Helen Mirren (meh!) haben schon und niemand kennt Sidibe oder Carey Mulligan. Was es für mich noch viel unverständlicher macht, daß Tilda Swinton nicht für Julia nominiert wurde. Ich habe den Film neulich gut versteckt in der Videothek gefunden; wer ähnliches Glück hat sollte ihn sich auf jeden Fall mal ansehen.

Zu den Männern gibt es ausser “Bridges, Waltz” nicht viel zu sagen, oder?

Ich seh mir dann jetzt mal Public Enemies an.

5 thoughts on “Wo ist Tilda?

  1. Hast du den Bullock-Film gesehen? Ich kann mir irgendwie so gar nicht vorstellen, dass die plötzlich zu einer tollen Schauspielerin geworden ist…

    • Nein, noch nicht, will ich aber bis zur Verleihung hinter mich gebracht haben.

      In leichteren Rollen fand ich Sandra bisher immer ganz unterhaltsam, auch zuletzt in The Proposal. Aber das liegt wohl eher an ihrer natürlichen Ausstrahlung als an irgendwelcher schauspielerischen Begabung.

  2. Ich hab gestern “Up in the Air” gesehen und fand den Film sehr gut, aber es hat mich doch durchaus erstaunt, dass Anna Kendrick für einen Oscar nominiert wurde – mir ist sie jetzt nicht als besonders überragend aufgefallen…
    “Precious” muss ich mir wohl dann auch mal anschauen. Der Film soll echt nicht deprimierend sein??

  3. Und noch einen weiteren Oscar-Film abgehakt: Gestern lief in der Sneak An Education. Hat mir auch sehr gut gefallen. Mir fehlen in der “Sammlung” jetzt noch Precious, The Blind Side und A Serious Man…
    Von A Blind Side habe ich mir vorhin mal den Trailer angeguckt, gut, ich habe mir da auch schon vorher meine Vorurteile aufgebaut (Sandra Bullock mag ich nicht, Football-Filme mag ich nicht…), aber der Trailer kam schon echt mega-kitschig rüber. Hat mich echt gar nicht angesprochen.

    • Da muss ich ja echt mal aufholen. Mir fehlen noch “Up In The Air”, “An Education” und “The Blind Side”. Aber mir gehts ähnlich wie dir, an The Blind Side reizt mich einfach so gar nichts. Und dann ist er auch noch zwei Stunden lang…

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