Grenzkontrollen

Die Windungen meines Hirnes sind mir (manchmal) unergründlich.

Das merke ich z.B. immer wieder bei den Quiz-Abenden im Irish Pub oder dem Cafe Lübke. Neben den Antworten, die ich weiß und denen, die ich nicht weiß gibt es noch die Antworten, von denen ich weiß, daß ich sie weiß, sie aber (in dem Moment) nicht weiß.

In der Regel schaffe ich es auch, das Wissen doch noch irgendwie abzurufen. Zum Beispiel wurde neulich nach dem ersten Bond-Film mit Roger Moore in der Hauptrolle gefragt. Daß ich das weiß, wusste ich. Aber mehr auch nicht. Allerdings war ich mir (wieso auch immer) sicher, daß auf dem Cover der DVD irgendwas mit Voodoo sei. Nach ein paar Sekunden der Visualisierung dieses Bildes hatte ich dann den Titel: Live and Let Die.

Klappt also manchmal ganz gut, das mit dem Assoziieren. Gestern leider nicht.

Meine Schwester hatte erzählt, daß sie und ihr Verlobter sich neulich einen Film ausgeliehen hatten, den sie nach einer halben Stunde wieder ausgeschalten mussten, weil er einfach zu langweilig sei. Nichts passiert, selbst der Anfang des Filmes nur eine endlos scheinende Einstellungen, in dem der Protagonist einfach nur mit seinem Auto im Kreis fährt. “Somewhere”, klar.

Der Film hätte ihn an einen anderen erinnert, meinte er dann, in dem auch so gut wie nichts passiert. Mit Bill Murray. “Lost in Translation” vermutete ich. Ist ja auch von der Coppola. “Nein, ein anderer. Der sucht da irgendwie nach seiner Tochter oder so?”

“Broken Flowers”. Den habe ich zwar noch nicht gesehen, aber die Beschreibung passte. Der war es auch.

Jim Jarmusch macht ja gerne mal “langsame” Filme. Das ist nicht immer mein Ding, aber manchmal gefällt es mir schon. Zum Beispiel dieser andere Film von ihm. Mit dem Attentäter, in Spanien. Bill Murray ist auch wieder dabei… Wie hieß der noch?

Die anderen konnten mir nicht helfen, die Beschreibung sagte ihnen nichts. (Wie sich später herausstelle sagte ihnen auch der Name des Films nichts.) Ich hätte es natürlich schnell mit dem Handy heraussuchen können, aber ich wußte ja, daß ich es wußte und wollte von selbst darauf kommen.

Ich hatte den Film erst vor vier Monaten gesehen und daher kein Problem, sehr viele Dinge daraus vor mein geistiges Auge zu holen. Die zwei Tassen Espresso zum Beispiel, die er sich bei jedem seiner Treffen bestellt. Hat aber nichts geholfen, der Titel fiel mir nicht ein.

Also versuchte ich etwas anderes: Ich schrieb, unter der Überschrift “Jim Jarmusch”, andere Filme des Regisseurs auf einen Zettel: “Night on Earth”, “Dead Man”, “Coffee and Cigarettes”, “Broken Flowers”. Meine Hoffnung war es, mir würde der fehlende Titel in den Sinn kommen, wenn ich die anderen auf dem Papier vor mir sehe. Wieder nichts.

Also begann ich Schauspieler aufzuschreiben, von denen ich wusste, daß sie in dem Film mitspielen. John Hurt, Tilda Swinton, Hiam Abbass, Gael García Bernal, Bill Murray.

Ich fertigte sogar kleine Zeichnungen von dem Attentäter in seinem Anzug an. Und den zwei Tassen Espresso.

Ein wenig hat es geholfen. Ich war mir plötzlich sehr Sicher, daß der Titel des Films “The ____ of ____” ist. Aber mehr nicht. Irgendwann hatte ich mich auf “The Element of Crime” versteift, obwohl ich mir eigentlich ziemlich sicher war, daß es das nicht ist.

Letztendlich habe ich dann doch aufgegeben und Google bemüht. “The Limits of Control”.

(Natürlich!)

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