M

Wer es in den letzten 80 Jahren geschafft hat, noch nicht Fritz Langs Meisterwerk “M” gesehen zu haben, sei hiermit aufgefordert, dies möglichst bald nachzuholen.

Gute Gelegenheit dazu gibt die im Mai erschienene, neu restaurierte Fassung (auf BD oder DVD), inklusive eines hoch interessanten Audiokommentars, der nicht nur auf den Serienmörder Peter Kürten und den Kriminalkommisar Ernst Gennat, die als Vorlage für Figuren des Films dienten, sondern auch auf das Leben in Deutschland und vor allem Berlin zur Zeit der Weimarer Republik eingeht.

Vor allem sehenswert ist der Film aber, weil er auch nach all den Jahrzehnten nichts an seiner Aktualität verloren hat, wenn es um Themen wie Todesstrafe oder Schuldunfähigkeit geht. Die letzten Minuten des Films, mit Peter Lorres beeindruckendem Monolog aber auch den Argumenten seiner Ankläger und seines “Verteidigers”, sollten m.E. fester Bestandteil des Schulunterrichts sein.

Aber auch neben seinem Lehr- und Diskussionswert bietet “M” ein unterhaltsames, keineswegs altmodisch wirkendes Filmerlebnis, teilweise sogar mit einer überraschenden Brise Humors versehen.

Eindeutige Kauf- bzw. Leihempfehlung.

Update: “M” gibt es in voller Länge und HD-Qualität auf YouTube:

2 thoughts on “M

  1. Mein erster Kontakt mit diesem Film war im Rahmen des Musikunterrichts, als wir in der Oberstufe Filmmusik (übrigens ein ganz großartiges, vielschichtiges Thema) behandelt haben und als Aufgabe bekamen, die ersten 10 Minuten des Films zu vertonen. Der Mörder (bzw. sein Schatten) habt mich damals sehr verstört.

    Ich stimme dir zu, dass Film nichts von seiner Aktualität verloren hat, denn auch die Panik und der blinde Aktionismus, auf den die Polizei und Unterwelt verfallen, findet man heute genauso wieder- nur die technischen Mittel haben sich geändert.

    • Heute ist es statt des kleinen Ganoven dann zum Beispiel die BILD-Zeitung, die nach einer “gerechten Strafe für das Monster” ruft. Dabei war eigentlich bereits vor 80 Jahren klar, dass die Todestrafe nicht abschreckt sondern in manchen Fällen eher noch ein schnelleres Handeln eines Zwangstäters herbeiführen kann (worauf auch im Audiokommentar eingegangen wird).

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