[Dialog] Fast eine Woche später

Oscar-Dialog 2012

#1 Der Tag nach dem Tag danach (nebel)
#2 Der Tag nach dem Tag und dann noch einige Tage später (cez)
#3 Fast eine Woche später (Sonja)
#4 30 Schauspieler in einem Eintrag! (nebel)
#5 Zwei, drei Bemerkungen zu Midnight in Paris (cez)
#6 Unnötige Nebengeräusche (Sonja)
#7 Von Unterhunden und Dunklen Pferden (nebel)
#8 Über damals und Meryl Streep (Sonja)
#9 2008! (cez)
 

(c) A.M.P.A.S.

Mein erster Beitrag in diesem Oscar-Gespräch – und was muss ich als erstes zugeben: Fast eine Woche nach Bekanntgabe der Nominierungen hat sich bei mir die richtige Oscar-Begeisterung noch nicht eingestellt. Dabei bin ich mit den Nominierungen gar nicht so unzufrieden, es sind nun einmal die Oscars, dort werden Filme und Schauspieler geehrt, die eine Mehrheit mag – oder wie es im Englischen so schön heißt, die „likeable“ sind. Also war klar, dass weder „Drive“ noch „Melancholia“ nominiert werden. Aber wenigstens wurde der dritte Film, der mich in letzter Zeit begeisterte, ausreichend beachtet. Das ist tatsächlich „The Artist“. Selten habe ich einen Kinosaal so beschwingt verlassen, und es ist auch schon eine Weile her, dass mir ein Film den Zauber des Kinos wieder so vor Augen geführt hat.

Doch irgendwie habe ich Schwierigkeiten damit, dass dieser wunderbare französische Film der Favorit bei den Oscars sein soll. Ich zittere nun einmal lieber mit dem Underdog mit – und wenngleich ich nach dem Sehen von „Hugo“ dachte, das ist quasi „The Artist“ für Amerikaner, daher hat er sehr, sehr gute Chancen bei den Oscars – bleibt „The Artist“ nun einmal der Favorit. Und Favoritensiege sind langweilig.

Aber zurück zu den Nominierungen. Wer in den großen Kategorien übersehen wurde – Ryan Gosling! Albert Brooks! Tilda Swinton! – ist klar, aber was ist denn mit den Nebenschauplätzen? So sehr ich mich über alle Nominierungen für „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ gefreut habe, hätte dieser Film unbedingt eine Nennung für das Produktionsdesign verdient. Denn das ist tatsächlich großartig. Dass „Pina“ nicht als bester fremdsprachiger Film nominiert wurde, ist natürlich schade. Aber wenigstens hat das Komitee, das den besten fremdsprachigen Film kürt, noch die Kurve bekommen und nicht den äußerst mittelmäßigen dänischen Beitrag „SuperClásico” nominiert.

Und was ist mit den Muppets? Klar, „Man or Muppet“ ist der beste Song, aber da „Life’s a Happy Song“ nicht nominiert wurde, gibt es wohl auch keine großartige Showeinlage mit allen Muppets. Überhaupt bedeutet ja die Nominierung von nur zwei Titeln, dass sich eine deutliche Mehrheit der Branchenmitglieder für ein Lied entschieden hat und der zweite Song quasi nur aus Spannungsgründen nominiert wurde. Vielleicht sollte man hier über eine Regeländerung nachdenken? Wenn ich es richtig verstanden habe, sehen die Mitglieder den Ausschnitt des Films, in dem das Lied zu hören ist. Und da würde ich auch eher ein Lied nehmen, dass während des Films läuft – als beispielsweise „Coeur Volant“ von Zaz, das erst beim Abspann von „Hugo“ erklingt. Nun bin ich aber gespannt, welche Show-Einlagen sich die Produzenten einfallen lassen. Vielleicht darf Madonna auftreten? Oder es gibt einen Auftritt von Uggie, dem Hund aus „Beginners“ und den Pferden aus „War Horse“?

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