Zu “Hugo”

Cordelia erwähnte in einem Kommentar kurz Martin Scorseses “Hugo“:

Und “Hugo” macht mich aggressiv, ich hab den Film nicht gesehen, aber auf mich wirkt alles, was ich aus den Trailern kenne, wie so ein dämlicher, kitschiger Kinderweihnachtsfilm. Versteh ich alles nicht…

“Dämlicher, kitschiger Kinderweihnachtsfilm” beschreibt “Hugo” ganz gut. (Ich weiß, dass er Sonja, die auch das Buch gelesen hat, gefallen hat, vielleicht möchte sie ihn verteidigen.) Aber für mich ist er an drei Dingen gescheitert: 1) Die Schauspieler, bzw. der Umgang des Regisseurs mit ihnen. Erst dachte ich nur, dass die beiden Kinder einfach keine guten Schauspieler seien (dabei hatte ich von Chloë Moretz, die eine extrem unsympathische Person zu sein scheint, schon Besseres gesehen), und Sacha Baron Cohen ist jetzt auch nicht unbedingt für seine dramaturgischen Fähigkeiten bekannt, aber als dann Ben Kingsley ebenso hölzern daher kam, ahnte ich schon, dass es wohl eher an der Regie liegen dürfte. Martin Scorsese war wohl durch 3D und Effekte abgelenkt, was uns zu Punkt 2) bringt: Der Film war, wie schon gesagt, für meinen Geschmack viel zu laut und zu bunt und vor allem viel zu oft nur, um zu zeigen, wie laut und bunt er sein kann, nicht um der Handlung zu dienen. Und das ist Nummer 3): Die Handlung, die mitten im Film fallengelassen wird um einer Art Dokumentation über/Lobhudelung an die Anfänge des Kinos zu weichen. Das mag ja ganz nett sein, war aber irgendwie total fehl am Platz.

Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich gedacht, George Lucas hätte “Hugo” gedreht, denn alle meine Kritikpunkte (unmotivierte Schauspieler, Effekthascherei und schwaches Drehbuch) sind ja eigentlich spätestens seit “The Phantom Menace” sein Markenzeichen.

One thought on “Zu “Hugo”

  1. Verteidigen nicht gerade, ich kann Deine Kritikpunkte schon nachvollziehen, bewerte sie aber anders. Die Schauspieler waren nicht überragend, aber insbesondere Ben Kingsley war genauso hölzern wie er es seit einigen Jahren ist. Und mir hat “Hugo” deshalb gut gefallen, weil er handwerklich sehr gut und sauber gemacht ist und als Hommage ans Kino funktioniert. Deshalb fand ich die zweite Hälfte auch gut, die erste Hälfte hingegen zu langsam erzählt. Hier hat Scorsese im Vergleich zu dem Buch (dazu mehr: http://zeilenkino.de/die-entdeckung-des-hugo-cabret-brian-selznicks-buch-und-martin-scorseses-film) die Handlung unnötig aufgestockt. Insgesamt ist Film auch zu lang – insbesondere für einen angeblichen Kinderfilm. Aber ich würde ihn nicht als schlechten Film bezeichnen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: