Dispatch live in Köln

Ja, mein Handy macht keine guten Fotos, ich weiß...

Diese Woche hat sich ein seltenes, aber schönes, Naturschauspiel ereignet.

Der Nebel war auf einem Konzert!

Obwohl ich ja wirklich extrem musikverrückt bin gehe ich doch recht selten auf Konzerte. Das liegt einerseits daran, dass ich so verdammt geizig bin, aber auch die Wohnlage in der (Nicht-)Weltkulturhauptstadt Trier spielt da natürlich eine Rolle. Und wenn dann mal Bands wie die Blood Red Shoes in der Nähe spielen finde ich niemanden, der mit mir hingeht. Und um alleine auf Konzerte zu gehen fehlt mir… das Selbstbewusstsein?

Aber all diese Sorgen wurden am Dienstag von mir genommen. Nur 18 Euro! Köln! Mit Thorsten und Berit! Und dann auch noch eine meiner Lieblingsbands! Wahnsinn!

Ich musste in den letzten paar Tagen 8000 mal erklären, wer Dispatch sind und woher ich die kenne und warum noch nie jemand von denen gehört hat. Hier die Kurzversion: Mitte, Ende der Neunziger gründeten drei extrem talentierte Menschen im mittleren Westen der USA eine Band. Durch unzählige Konzerte, Mundpropaganda und Musiktauschbörsen (erinnert sich noch jemand an Napster?) – aber ohne die Hilfe eines Plattenlabels oder professioneller Promotion – wurden sie recht schnell sehr bekannt in der College-Szene und auch darüber hinaus. Auf einem seiner Amerika-Aufenthalte hat Thorsten von Dispatch Wind bekommen, wurde Fan und hat, zurück in der Heimat, begonnen Freunde und Familie zu bekehren. Unter anderem mich.

Vor zehn Jahren gab die Band ihre Auflösung bekannt (aber nicht ohne vorher noch das größte Independent-Konzert aller Zeiten zu spielen). Letztes Jahr gab es die Reunion und dieses Jahr die allererste Tour ausserhalb der Staaten.

Das Kölner Konzert war ursprünglich in einem kleineren Veranstaltungsort angesetzt, weil ja niemand so wirklich wusste, wie viele Fans es hierzulande so geben würde. Dieser war allerdings so schnell ausverkauft, dass man es in die Live Music Hall verlegte. (Auch deren etwa 1500 Stehplätze waren nach kurzer Zeit ausverkauft.)

Hier gibt es übrigens einen schönen Live-Ausschnitt des Konzerts.

Am Dienstag nach der Arbeit habe ich mich also in den Eifelexpress gesetzt, meine geliebte Kopie des Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy gelesen, die ich in Köln an bedürftige Schulen (oder so) spenden würde – wofür es immerhin einen schicken Button geschenkt gab – und genoss das schöne Wetter.

Links im Bild: Die Berit

Bei schönem Wetter ging es in Köln auch direkt weiter, nach einem kurzen Gastspiel in Berits (verlassener) WG und Bierbesorgungen ummer Ecke ging es auf eine schöne Grünfläche auf der es schon total sommerlich zuging. Es wurde gekubbt und drachengeflogen, Herrchen haben Stöckchen geworfen, Hunde haben Stöckchen gebracht, Radfahrer ließen tief blicken (schauder). Und wir hatten uns ja auch seit Weihnachten (glaube ich) nicht mehr gesehen, so gab es einiges an Gesprächen, Gerüchten und fiesen Lästereien nachzuholen. Schön wars…

Nach kurzer Toilettenpause bei netten Asiaten gab es erneute Stärkung durch mehr Bier und… äh… Pide? Pita? Leckeres, türkisches Brot jedenfalls. Wir waren dann auch recht früh bei der Music Hall, mussten aber noch auf Thorsten und Ines warten, die (mitsamt unseren Tickets) im stockenden Verkehr standen. Mit ÖPNV wäre sowas natürlich nicht passiert, und dann hätten wir vielleicht noch das kleine Unplugged-Hinterhof-Konzert mitbekommen. Oh, well. Kann man nix machen. Dafür gab es lustiges Personenbetrachten und Berit musste einmal waghalsig gegen einen Flaschensammler ankämpfen, der ihre nichtmal ansatzweise leere Flasche fast schon in den nächsten Pfand-Automaten gesteckt hatte. Großes Theater!

Wer schenkt mir eine bessere Kamera?

Als die anderen dann zu uns gestoßen, die Blasen geleert, Bücher und Euros gespendet (man konnte ein Meet&Greet gewinnen, aber wir gingen leider leer aus) und Plätze in der Halle eingenommen waren spielte schon die Vorband, Shields, und das sogar ziemlich gekonnt.

Aber deswegen waren wir ja nicht gekommen. Und zum Glück hat der Support es auch nicht lange hinausgezögert und überließ Brad, Chad und Pete die Bühne. Und an dieser Stelle lasse ich dann mal eben das kleine Fangirl– äh, den kleinen Fanboy in mir sprechen:

Oh, mein Gott! Hammer! Wie geil! Fantastisch! Überwältigend! Beste Nacht… meines Lebens?

Also man merkt, es hat mir gefallen. Wild getanzt und gesprungen und lauthals die Texte mitgesungen. Und alle anderen auch. Super Stimmung, super Konzert. Die Band war selbst etwas platt ob der Euphorie des Publikums, glaube ich. “Thank you so much for coming, however you’ve even heard of us.” Toll.

"Best crowd surf ever!" (@behindshields)

Statt des Meet&Greets hat dann bei seinem “longest crowdsurf ever” wenigstens meine Hand Chads Hintern getroffen (und gegrüßt?). Ist ja auch mal was. Es gab jede Menge Zugaben (mein Lieblingslied gab es selbstverständlich erst gaaaaanz zum Schluß), eine spontane “Mrs. Robinson”-Einlage, und wie gewohnt lustiges Instrumentenwechseln. Da hat wirklich jeder mal alles gespielt.

Statt einen Schlagzeugstick aufzufangen habe ich einen schönen Gitarrenpick ergattert. Vielleicht ein Zeichen, dass ich endlich mal Gitarre lernen sollte?

Fazit: Es war großartig; ich hatte den Spaß meines Lebens. Und die Nacht war noch nicht mal annähernd zu Ende, aber das hier ist wirklich schon lang genug, glaube ich… (Hey, aber wenigstens habe ich mal über etwas anderes als Filme geschrieben!)

2 thoughts on “Dispatch live in Köln

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