Idee: Watch-a-Thon

Von Miss Stephen kam über Twitter der Vorschlag, einen “Watch-a-Thon” zu veranstalten. Ihre Wortschöpfung lehnt an den “Read-a-Thon” an, bei dem Literaturfreunde sich 24 Stunden lang nur dem Lesen widmen und sich dabei in ihren Netzwerktagebüchern und sozialen Medien austauschen und absprechen.

Ein Watch-a-Thon würde ganz ähnlich funktionieren. Film-Verrückte (und ein bisschen verrückt muss man wohl schon sein) verabreden sich, 24 Stunden lang Filme zu gucken. Ist das machbar? Ist das klug?

Ich habe etwas Erfahrung in solchen Dingen, auch wenn sie schon ein gutes Jahrzehnt zurück liegt. Zum einen habe ich mich mit einem Freund tatsächlich mal daran gemacht, eine Staffel “24” (ich glaube, es war die zweite) in Echtzeit zu schauen – wir haben es bis zu Folge 18 geschafft – zum anderen war ich beim Kino-Weltrekord-Versuch im Kinopolis Sulzbach 2003 dabei. Allerdings nicht als Rekordanwärter sondern als Gast, mit dem Vorteil, dass man kommen und gehen konnte wie man wollte. Wir waren in zwei Etappen da, in der ersten gab es vier Filme in acht Stunden, in der zweiten sieben Filme in zwölf Stunden. Das hat Spaß gemacht, aber am Ende war es schon sehr anstrengend, dem Geschehen auf der Leinwand zu folgen.

Mein erstes Bedenken bezüglich eines Watch-a-Thons wären also die 24 Stunden. Sicher ist es möglich, so lange wach zu bleiben, aber es sollte ja auch darum gehen, dass man was von den Filmen mitbekommt, die man sich da anschaut. Ich würde eher zwölf oder 16 Stunden vorschlagen, was etwa sechs bis acht Filmen entspräche.

Das zur Form. Bleibt die Frage nach dem Inhalt.

Ich persönlich fände es ja sehr schön, wenn alle, die mitmachen, die gleichen Filme zur gleichen Zeit schauen. Das dürfte nur leider sehr schwer umsetzbar sein, da nicht jedem jeder Film zur Verfügung steht. (Und natürlich auch nicht jeder unbedingt auf die gleichen Filme Lust hat.)

Also eher eine thematische Vorgabe. Ich hatte auf Twitter einfach mal “Ein Film aus jedem Jahrzehnt seit den 20ern” in die Runde geworfen. Zehn Filme also, ich würde mir sicherlich eher kürzere heraussuchen, aber machbar wäre es. Allerdings habe ich auch das Glück, dank Online-Streaming eine sehr große Auswahl an Filmen verfügbar zu haben, anderen dürfte es vielleicht schwerer fallen, Filme aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts aufzutreiben.

Das selbe wird wohl leider für jede spezifische Themenvorgabe geben. “Filme aus Ungarn” wäre sicher spannend, aber wer hat schon genug davon (bzw. kann sich zeitig welche besorgen), um zwölf oder mehr Stunden damit zu füllen.

Dann eher ein vages Thema. Ein Genre vielleicht? Horror? Krieg? Liebesfilm? Mir wäre etwas mehr Zusammenhang zwischen den Filmen lieber.

Hier also der Aufruf: Gibt es Interesse an so einer Aktion? Wer hat Ideen, wie man einen Watch-a-Thon gestalten kann? Lasst uns hier und in euren Netzwerktagebüchern und auf Twitter einfach mal ein bisschen darüber fachsimpeln!

12 thoughts on “Idee: Watch-a-Thon

  1. Da sonst niemand was schreibt, fange ich halt mal an:

    Für mich ist ein Filmmarathon eher Neuland. Ich glaube, ich habe mal höchstens fünf Filme an einem Tag geschaut (und bei Read-a-Thons habe ich auch immer versagt), aber ich bin trotzdem freudig gespannt, wie das wird. Allerdings würde ich es auch auf höchstens 16 Stunden beschränken (mein Kopf wird es mir sonst nicht danken).
    Die Idee eines historischen Überblicks finde ich ganz ausgezeichnet. Vielleicht könnte man da aber ein paar Freiheiten lassen, etwa dass nur acht Jahrzehnte abgedeckt werden müssen. Mir persönlich wäre eine genre- oder themenspezifische Ausrichtung lieber als eine Ländervorgabe (lasse mich aber natürlich gerne umstimmen). Die Frage ist nur, welches Genre oder Thema man denn einen ganzen Tag lang erträgt. Horror ist jedenfalls für mich nichts und Krieg in dem Ausmaß auch nicht, denke ich. Obwohl ich kein Fan bin, fände ich Liebesfilme aber irgendwie hübsch (ob wir damit aber viele männliche Mitstreiter finden?).
    Spontane Ideen: Heist-Movies, Western, selbstbezügliche Filme (Filme über das Filmemachen oder das Kino), Filme über Zeit, über das Sehen, Paranoia/Angst, Trauer/Verlust, Aufstieg und Fall. Zu abstrakt? Wirklich schwierig …

    Zur Not bin ich übrigens durchaus bereit, mir die Filme einfach zu “besorgen”. Was soll man machen, wenn man nicht rankommt? Dass alle dasselbe sehen ist aber wohl nicht machbar und tatsächlich für den Einzelnen nicht unbedingt das Richtige. Überschneidungen wären aber schön :)

  2. Eine Sache, die mir in den Kopf gekommen war, als ich mir mögliche Filme für die “Jahrzehnte”-Idee überlegt hatte, war “Sherlock Holmes.” Wenn man TV und Kurzfilme hinzunimmt wäre es zumindest theoretisch möglich, aus jedem Jahrzehnt seit den 1900ern eine filmische Umsetzung von Arthur Conan Doyles Detektiv zu finden.

    Ähnlich dürfte es mit anderen klassischen Stoffen sein. Seitdem sich Menschen vor und hinter Kameras stellen haben sie dabei auch auf Shakespeare zurückgegriffen. Oder die Bibel.

    Oder noch eine Idee, die mir gerade gekommen ist: In Nicholas Meyers (nicht nur für Trekkies ) höchst interessantem Audiokommentar zu “Wrath of Khan” sagt er – und ich zitiere frei aus dem Kopf, aber der Kern dürfte stimmen: “Wenn man drei Filme nimmt, die alle im Jahr 1975 spielen, einer aus dem Jahr 1965, einer aus 1975 und einer aus 1985, wird man sofort, an nur ein paar Sekunden, erkennen, welcher Film aus welchem Jahr stammt.” Das wäre doch auch eine spannende Aufgabe: Filme, die alle im gleichen Jahr (oder zumindest nah aneinander) spielen aber aus komplett anderen Zeiten stammen. Würde zumindest Spaß machen, dafür zu recherchieren…

  3. Zunächst zur Dauer: 16 Stunden finde ich auch sehr lang, da ich erstens zwischen den Filmen eine kurze Pause bräuchte und es ja auch noch Spaß machen sollte. Hier wäre ich für 12 Stunden, also sechs Filme.

    Dass alle dieselben Filme sehen, ist sehr reizvoll, wenngleich schwer umzusetzen, zumal wir uns dafür ja auch hinsichtlich Anfangszeit und Version sehr absprechen müssten. Aber es wäre meines Erachtens ein Versuch wert. Grundsätzlich fände ich es am reizvollsten, tatsächlich einen Regisseur (Ingmar Bergman, Mike Leigh) zu nehmen und dann die – nach Abstimmung untereinander – wichtigsten Filme zu sehen.
    Oder als neuer Vorschlag: Falls wir aber eine kleine Gruppe bleiben sollten, könnten wir auch rein subjektiv vorgehen und jeder schlägt den Film vor, den er schon immer mal sehen wollte. Dadurch ergeben sich dann unter Umständen sehr reizvolle Zusammenhänge. Außerdem gefällt mir auch der Vorschlag gut, Filme zu nehmen, die im selben Jahr spielen, aber zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind.

    Zunächst sollten wir vielleicht erst einmal entscheiden, was uns wichtig ist: Dass möglichst viele teilnehmen, dann reicht es aus, einen Tag und die Zeit festzulegen. So läuft es ja bei Read-a-thons auch. Hier könnten wir vielleicht ein oder zwei Filme quasi als “Challenge” (das Wort mag ich gar nicht) festlegen. Oder wollen wir es eher als “Social Event” sehen mit genaueren Vorgaben und Diskussionen untereinander? Beides wird vermutlich nicht gehen (also viele Teilnehmer und Social).

    • Wenn ich die Wahl hätte, dann lieber eine überschaubare Gruppe mit Diskussionen. Ich bezweifle sowieso, dass wir sehr viele mobilisieren können.
      Ansonsten bin ich in Bezug auf Filme im Prinzip für fast alles zu haben (Shakespeare fände ich aber super ;)).

  4. Noch eine spontane Eingebung zur Filmauswahl: Die ersten Plätze irgendeiner Bestenliste (z.B. von “Sight & Sound”, von deren Top 10 ich zwar 9 kenne, aber das würde mir nicht so viel ausmachen). Oder ein Cannes-Gewinner pro Jahrzehnt oder Ähnliches. Eine Diskussion darüber wäre zumindest sicherlich sehr interessant.

  5. Ich schlage vor, wir sammeln jetzt noch mal unsere Favoriten (inklusive neuer Ideen) und stimmen dann ab. Dann können wir wenigstens mal recherchieren. Und wenn wir dann noch einen Termin finden (frühestens im Oktober, würde ich sagen), können wir die Idee etwas verbreiten (wie?) und auf Impulse von außen warten.

    Meine Favoriten (ohne bestimmte Reihenfolge):
    Regisseur:
    – Alfred Hitchcock
    – Paul Thomas Anderson (oder ist es Quatsch, wenn ich schon alles von ihm kenne?)
    – Atom Egoyan
    – Orson Welles
    – Jean Renoir
    1 Film pro Jahrzehnt:
    – Liebesfilme
    – Shakespeare
    – Cannes-Gewinner
    – selbstbezügliche Filme

  6. Ich finde auch, wir sollten uns auf ein Thema und Termin einigen, damit wir die Idee nicht aus den Augen verlieren. Das einfachere ist vermutlich der Termin, da würde mir die zweite Oktober-Hälfte und der November passen.

    Bei den Filmen ist weiterhin mein Favorit, die Filme eines Regisseurs zu gucken. Meine Favoriten sind:

    Ingmar Bergman
    Lars von Trier
    Mike Leigh
    Sidney Lumet

    PTA finde ich auch spannend, zumal es eine gute Einstimmung auf den hier irgendwann startenden “The Master” wäre.

    Sollte wir uns auf eine thematische Auswahl einigen, würde ich folgendes interessant finden:

    Filme aus Afrika (ein Film pro Jahrzehnt stelle ich mir schwierig vor, das müsste ich aber mal recherchieren)
    Top 10 der Sight & Sound

    1 Film pro Jahrzehnt:
    Privatdetektivfilm (falls es sich als zu eng erweisen sollte, Thriller/Krimi)
    selbstbezügliche Filme
    Shakespeare

  7. Von den hier genannten Ideen würde ich “Cannes-Gewinner” und “Filme aus verschiedenen Jahrzehnten” vorziehen (und zusammen legen). So hat man einen festen Rahmen aber dennoch eine Auswahl, die groß und breit genug ist, dass jeder fünf bis acht Filme auftreiben können sollte.

  8. Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger möchte ich in so einer Marathon-Session Filme sehen, die ich noch nicht kenne. Denn diese verdienen meine volle Aufmerksamkeit, und ich bezweifle, dass ich die nach vier, acht oder gar zwölf Stunden noch gewährleisten kann.

    • Ja, um die späteren Filme mache ich mir auch Sorgen. Was würdest du denn dann vorschlagen? Irgendwie kommen wir überhaupt nicht weiter. Vielleicht sollte tatsächlich jeder einfach ein paar Filme vorschlagen und aus diesem Fundus (die eigenen Filme eingeschlossen) wird dann ausgewählt.

  9. Ich weiß nicht ob es mittlerweile schon zu spät ist, aber ich würde auf jeden Fall mitmachen. Wobei mir 24 Std zu viel wären ;) 12 fände ich dagegen realistischer immerhin will man ja auch noch was von den Filmen haben. Es wäre super, wenn die Aktion zu Stande kommen würde!!!!

    Cathrin
    indescriptible & Blogger-Forum

    • Lena hat auf ihrer Seite noch mehr zum Marathon geschrieben und auch mögliche Filme vorgeschlagen.

      Mein Kopf ist zur Zeit leider nicht so ganz bei der Sache (hatte schon fast wieder vergessen, dass es dieses Blog gibt…), aber ich werde demnächst auch eine Liste verfassen.

      Als Datum steht der 10. November im Raum.

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