Filmvorlieben

Ich weiß noch, dass ich vor gar nicht langer Zeit nichts lieber gemacht habe als Fragebögen und Steckbriefe auszufüllen. Heute ist das ganz anders. Ich mag es nicht, mich festzulegen, ich habe Angst (oder Gewissheit), dass mir wichtige und richtige Antworten nicht einfallen und überhaupt kenne ich mich genug, zu wissen, dass ich eine Woche später komplett anders antworten würde.

Dennoch möchte ich mich, auch weil dies hier ja mal ein “Filmblog” war und vielleicht eines Tages wieder eines werden könnte, bemühen die von Lena an mich weitergereichten Fragen über meine Filmvorlieben hier zu beantworten.

Was ist dein Lieblingsfilm?
Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich darauf keine eine Antwort habe. Gibt es wirklich Menschen, denen immer, zu jeder Tageszeit, in jeder Stimmung die selben Dinge gefallen? Das ja klingt furchtbar langweilig. Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann und stets aufs neue begeistert bin sind “Jurassic Park,” “When Harry Met Sally…,” “Groundhog Day,” “The Visitor,” “The Nightmare Before Christmas” und viele, viele mehr. In den letzten paar Jahren haben mich die beiden Filme “Rachel Getting Married” und “The Tree of Life” getroffen wie fast sonst nichts in meinem Leben, und immer, wenn ich sie aufs neue besuche mache ich eine Achterbahn der Gefühle durch wie sie sonst kein anderer Film jemals in mir ausgelöst hat.

Wieso ist das dein Lieblingsfilm?
Wieso ist irgendwas ein Lieblings-irgendwas? Das ist so eine Art von Frage, wegen der ich nicht mehr beim Media Monday mitmache.

Was waren deine Lieblingsfilme als Kind?
Sowas weiß ich nicht mehr. Die Person, die ich als Kind gewesen sein muss ist mir eh völlig fremd. Wirkliche Film(vor)lieben kamen erst in der Jugend auf, denke ich mal.

Wer ist dein Lieblingsregisseur?
Wieso ist das dein Lieblingsregisseur?

Wie definiert man so etwas? Jonathan Demme hat drei Filme gedreht, die ich für absolute Meisterwerke halte (“Stop Making Sense,” “The Silence of the Lambs” und “Rachel Getting Married“), aber sonst habe ich glaube ich nichts von ihm gesehen. Einen neuen Tarantino würde ich mir immer gerne ansehen, aber das auch erst wirklich seit “Inglourious Basterds,” und “Grindhouse” bzw. “Death Proof” habe ich auch noch nicht gesehen. Ist ein bisschen so wie in der Musik. “The Devil and God are Raging Inside Me” ist für mich das beste Album, das jemals aufgenommen wurde, aber sonst kenne ich fast nichts von der Band und ehrlich gesagt interessieren mich ihre anderen Alben auch nicht wirklich.

Hattest du schon vorher eine Lieblingsregisseur?
Warum ist das nicht mehr dein Lieblingsregisseur?
Etwa zum Ende des letzten Jahrhunderts habe ich eine große Kubrick-Phase durchgemacht (das geht wohl jedem Filmfreund irgendwann so), und seine Filme sind natürlich Meisterwerke, aber letztendlich eben auch nur Filme. Cameron Crowe konnte mich mit “Say Anything” und “Untitled” schwer begeistern, aber spätestens seit “We Bought a Zoo” (Gähn!) ist das auch vorbei. Mit David Fincher war es ähnlich, “Seven,” “The Game” und “Fight Club” sind drei meiner Lieblingsfilme, aber der Name Fincher ist für mich heute kein Grund, ins Kino zu rennen.

Wer ist dein Lieblingsschauspieler?
Ralph Fiennes.

Wer oder was ist deine liebste Filmfigur?
Noch nie wirklich darüber nachgedacht. Jesse und Celine aus “Before Sunrise” und dessen Nachfolgern liegen mir sehr am Herzen. Die Idee, Figuren über einen langen Zeitraum hinweg immer wieder zu besuchen finde ich extrem spannend (bin sehr auf Linklaters “Boyhood gespannt) und Jesse und Celine sind einfach zwei unglaublich tolle, wahre Figuren.

Auf welche kommenden Filme freust du dich am meisten?
So etwas mache ich eigentlich nicht mehr. Das große Problem, nur englischsprachige Filmseiten und -Kritiker zu lesen, aber in einem Land zu leben, in dem man die meisten interessanten Filme erst Monate später sehen kann hat es mir gänzlich ausgetrieben, mich zu sehr auf kommende Filme zu freuen. (“Before Midnight” würde ich natürlich sehr gerne sehen, aber das wird wohl leider auch noch eine Weile dauern.)

Wenn du das Geld und/oder die Möglichkeiten hättest, über was oder wen würdest du einen Film drehen oder was möchtest du generell mal verfilmt sehen?
Stephen Kings The Dark Tower“-Reihe ist für mich in Sachen Bücher das, was “Rachel“/”Tree of Life” für Film, “The Devil and God” für Musik und “LOST” fürs Fernsehen ist, von daher verfolge ich die Nachrichten über die mögliche Verfilmung (nach letztem Stand von Ron Howard) mit großem Interesse, aber auch ein wenig Angst. Generell habe ich was Literaturverfilmungen angeht, selbst von Lieblingsbüchern wie “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy,” keine Probleme damit, wenn sie eigene Wege gehen und sich nicht von der Vorlage fesseln lassen. Aber die Welt, die King geschaffen hat (die übrigens weit über die acht “Dark Tower”-Bücher hinaus, in einen Großteil seines Schaffens übergeht) kann ich mir nur schwer gerecht ins filmische umgesetzt vorstellen. Die zwischenzeitlich kursierende Idee, eine Trilogie mit jeweils einer Staffel TV-Serie dazwischen zu produzieren war schon sehr interessant, aber letztendlich würde das dem Studio wohl zu teuer werden. Und vielleicht dauert es auch noch ein paar Jahre, bis die Technik für Oy bereit ist, aber ich bin mir sicher, Andy Serkis hat die perfekte Stimme für ihn schon gefunden. Zumindest würde er die Rolle bekommen, wenn ich den Film produzierte. Andere Rollen gingen an Aaron Paul (Eddie) und Zoe Saldana (Susannah). Mit Javier Bardem als Roland konnte ich mich nie wirklich anfreunden. Die Figur basiert natürlich auf Clint Eastwood, also sollte der den alten Roland spielen, und für den jüngeren würde ich dann Timothy Olyphant besetzen, der ja schon in “Rango” gezeigt hat, dass er ein guter Eastwood-“Ersatz” ist.

Und ansonsten gilt natürlich nach wie vor mein Angebot für einen Porno mit Michael Fassbender und Tilda Swinton.

3 thoughts on “Filmvorlieben

  1. Da nennst du ja im Prinzip eines meiner Argumente gegen Filmbewertungen: Dass sich Meinung nicht so leicht festschreiben lässt. Obwohl vermutlich jedem klar ist, dass so eine Sternchenvergabe nur den momentanen Eindruck beschreibt. Mich wundert nur, dass dir die Anordnung von Filmen in hierarchischen Listen trotzdem recht leicht fällt. Hast du da nicht das Bedürfnis, sie ständig umzustellen? Mir ginge es so.

    Und was ganz anderes: Hast du Timothy Olyphant in irgendwas gesehen, in dem er gut war? Ich bin immer noch ganz perplex wegen der hölzernen Art und Weise, wie er in “Deadwood” auftrat.

  2. Die Listen entstehen in einem recht emotionslosen Verfahren durch direkte Vergleiche. Natürlich sind diese auch nur Momentaufnahmen, aber da überwiegt dann der Ordnungszwang.

    Timothy Olyphant habe ich bisher nur in “The Office” und eben in “Rango” gesehen – und gemocht. Irgendwann werde ich mir auch mal “Justified” und “Deadwood” ansehen. Dass du mit deiner Meinung zu ihm recht alleine dastehst weißt du ja bestimmt – was nicht heißt, dass sie (für dich) nicht richtig ist.

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