Einzweiunendlichstel

Das populäre Twitter-Konto @everyword hat neulich, nach sieben Jahren und einhundertneuntausendeinhundertdreiundsechzig Tweets, “jedes Wort der englischen Sprache” getwittert, von “a” bis “zymurgy,” eins nach dem anderen, alle dreißig Minuten ein neues.

Ein solches Unterfangen für jedes Wort der deutschen Sprache zu versuchen, würde sicher etwas länger als sieben Jahre dauern. Ich glaube, man würde tatsächlich niemals damit fertig werden können.

Wie viele Wörter gibt es in der deutschen Sprache?

Jede Menge. Vielleicht sogar unendliche viele? Dachte ich bisher schon. Und ich meine nicht so Sachen wie Namen oder Akronyme. Da könnte ja aus jeder willkürlichen Buchstabenaneinanderreihung ein neues Wort werden.

Zusammengesetzte Worte (wie “Buchstabenaneinanderreihung”) zählen, aber bringen einen nicht ins Unendliche, vermute ich. Nicht jede mögliche Komposition ist ein gültiges Wort; Fernseherfernseher zum Beispiel würde ich jetzt nicht unbedingt als deutsches Wort gelten lassen.

Dass es trotzdem unendliche viele gäbe, erklärte ich bisher immer damit, dass es ja für jede ganze Zahl ein eigenes Wort gibt. Henning warf allerdings ein, dass dies nur bis Neunhundertneunundneunzigtausendneunhundertneunundneunzig der Fall ist, danach wird getrennt: Eine Million, eine Million und eins. Also wieder nicht unendlich viele Wörter.

Der Duden-Newsletter vom 19.10.2012 eröffnet vielleicht eine andere Möglichkeit, die Unendlichkeit zu erreichen:

(Wenn) in gemischten Zahlen die natürliche Zahl eins als ein (also um das -s reduziert) auftritt, wird zusammengeschrieben: eindreiviertel, einzweidrittel, eineinunddreißigfünfunddreißigstel.

“Eineinunddreißigfünfunddreißigstel”! Also 1 31/35. Die Frage ist nun, ob die im Newsletter genannte Regel wirklich auf alle ein-Brüche (ha ha, Wortwitz) zutrifft, auch wenn Zähler oder Nenner die Millionen erreichen.

Wie schreibt man z.B. 1 31/1000035? Eineinunddreißigeinemillionfünfunddreißigstel?

Ich wüsste nicht, wie man dieses Wort trennen könnte, ohne seine Bedeutung zu verlieren. Und das hieße, dass es also doch unendlich viele Wörter gibt.

Oder?

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